Die goldene Stimme aus Dortmund

08. Mai 2006

Im Gespräch mit Norbert Dickel

In den achtziger Jahren hatten die Fußballfans an Rhein und Ruhr ihre Freude an ihm. Von 1984 bis 1990 stürmte der jetzt 44-jährige Norbert Dickel für den 1.FC Köln und Borussia Dortmund und erzielte dabei in 123 Spielen 45 Tore. Unvergessen das DFB-Pokal Finale 1989 zwischen der Dortmunder Borussia und Werder Bremen, in dem der angeschlagene Sturmtank zweimal traf und sich damit endgültig in die Herzen der Schwarz-Gelben spielte. Seit nunmehr 15 Jahren ist Dickel Stadionsprecher von Borussia Dortmund und heizt den gigantischen Fanmassen vor jedem Heimspiel mächtig ein. Ganz nebenbei fungiert er als Leiter der Abteilung „Stadion Eventmanagement“ und ist mitverantwortlich für Sponsorensuche und -pflege. Pokalschrank traf den charismatischen Sauerländer nach der WM in Dortmund und sprach mit ihm über die WM, seine aktive Karriere, den BVB und die kleinen „Ausrutscher“ seines Berufslebens.

Pokalschrank: Wo haben Sie die WM erlebt?

Dickel: Ich durfte als Stadionmoderator unten am Spielfeldrand in der Nord-West-Ecke stehen – die hatten wohl irgendwie vergessen, dass wir uns auch mal setzen sollten… Ansonsten war ich in Kneipen und hab die Spiele auf Großbildleinwand verfolgt und war natürlich auf dem Friedensplatz – die vier Wochen waren einfach geil.

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Im Auftrag der Fans

21. Dezember 2005

Im Gespräch mit Holger Ballwanz

Pokalschrank: Welche Aufgaben nehmen Sie als Fanbeauftragter für den VfL Wolfsburg war?

Ballwanz: Wie der Name schon sagt, ist die Hauptaufgabe die Fanbetreuung vor Ort, sprich erster Ansprechpartner für Fanbelange zu sein. Außerdem vertrete ich die Fans gegenüber dem Verein und koordiniere Fanaktionen zu einzelnen Spielen, mache die Organisation der Fanfahrten sowie Treffen mit Spielern und Rundumbetreuung unserer Fanclubs.

Pokalschrank: Und nebenbei haben Sie auch noch ein Traineramt…?

Ballwanz: Richtig, ich bin Co-Trainer unserer U19-Bundesligamannschaft. Das lässt sich manchmal alles ein bisschen schwer vereinbaren und deswegen habe ich hier noch einen nebenberuflichen Kollegen, der mich die Woche über ein bisschen unterstützt in Vorbereitung von Heim- und Auswärtsspielen.

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»Gerechtigkeitssinn ist dringend erforderlich«

18. September 2005

Im Gespräch mit Hellmut Krug

Auf der Suche nach charakterstarken Persönlichkeiten stößt man unweigerlich auf die Gilde der Schiedsrichter. Zwar hat jede Elf im deutschen Profifußball den ein oder anderen Spieler mit Format; Charakterstärke ist allerdings vor allem kennzeichnend für einen guten Schiedsrichter – erzählt uns Hellmut Krug, ehemaliger FIFA-Referee und aktuell beim DFB Abteilungsleiter für Schiedsrichter.

Pokalschrank: Hatten es die Schiedsrichter früher einfacher als heute?

Krug: Natürlich ist die Aufgabe der Schiedsrichter heute schwieriger geworden. Das hängt zum einen mit der im Vergleich zu früheren Jahren zunehmenden Schnelligkeit des Spiels zusammen. Und zweitens –ein ganz wichtiger Gesichtspunkt – hat der Druck durch die mediale Präsenz, aber auch durch die immensen, finanziellen Mittel in erheblichem Maße zugenommen. Bedingt durch diesen Druck haben es die Schiedsrichter sehr viel schwerer als früher.

Pokalschrank: Wie stehen Sie zum Chipball und dem Videobeweis? Erleichtert es die Arbeit oder setzen diese Instrumente die Qualitätsanforderungen an Schiedsrichter herab?

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Tief im Westen

01. August 2005

Im Gespräch mit Thorsten Legat

Pokalschrank: Ihre letzte Saison als aktiver Profi-Fußballer in der Bundesliga liegt mittlerweile gut vier Jahre zurück, was hat Thorsten Legat in der Zwischenzeit gemacht?

TL: Nach der Bekanntgabe unseres Arztes, dass ich Sportinvalide werde, ist mir natürlich der Himmel auf den Kopf gefallen. Das war ein ganz schönes Loch für mich, ich war ein Jahr lang nicht im Stadion – habe ein Jahr lang mit Fußball nichts am Hut gehabt und war froh, dass ich zu diesem Zeitpunkt meine Frau und meine Kinder hatte. Andernfalls wäre ich heute nicht hier beim WSV Bochum (seit Sommer 2006 Trainer beim Bezirksligisten WSV Bochum; Anm. d. Red.), sondern in der Gosse, weil ich damit nicht recht fertig geworden bin. Das heißt, ich war nicht für meine Familie da, nicht für mich – für gar keinen. Ich habe mich einfach hängen lassen, ein Jahr lang und das ist schlimm. Aber meine Frau hat mich aufgepäppelt und vor vollendete Tatsachen gestellt. Es war für mich ein schwerer Gang, aber es gibt auch ein Profileben danach – als seriöser und realistischer Mensch.

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Frauen, Medien und Gesellschaft

30. Juni 2005

Im Gespräch mit Birgit Prinz und Nia Künzer

Wir treffen die beiden im Frühsommer 2005 in Frankfurt nach einem Heimsieg gegen Sindelfingen.

Pokalschrank: Birgit, Du hast Dir kürzlich ehemalige Kriegsschauplätze in Afghanistan angesehen. Welchen Hintergrund hatte dieser Besuch?

Prinz: Ich war da als Botschafterin für die Afghanistan-Hilfe. Diese Organisation hat dort ein Projekt laufen, das sich ‚learn&play’ nennt. Dabei geht es darum, Kinder von der Straße zu holen, ihnen das Spielen beizubringen und sie in die Schule zu schicken. Unter den Kindern ist eine immense Motivation zu spüren und für sie ist das eine tolle Chance.Für mich ist es wichtig, den Kindern ein Anreiz zu sein, damit sie eine Zukunft haben. Und das geht nur über Bildung. Der Fußball ist dabei nur Mittel zum Zweck.

Pokalschrank: Mit steigender Popularität wächst automatisch das Medieninteresse und damit das Potential, Vorbild zu sein. Werdet Ihr dabei seitens der Medien auf den Sport reduziert oder auch nach Euren persönlichen Anliegen befragt?

Künzer: Solange ich als öffentliche Person in Thematiken eingebunden werde, die mich interessieren, komme ich mit den Medien gut klar. Dazu zählen soziales Engagement, Arbeit mit Kindern usw. Das mache ich auch in meinem Studium (Diplom-Pädagogik; Anm. d. Red.) und das macht dann auch Freude, mich dabei zu engagieren. Es gibt natürlich auch Promi-Aktionen, die mir auch Spaß machen, für mich aber nicht im Vordergrund stehen.

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