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	<title>Pokalschrank</title>
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	<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 09:50:31 +0000</pubDate>
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		<title>Karriere zwischen Wald- und Westfalenstadion</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Sep 2008 12:24:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Lothar Sippel
Bundesliga-Saison &#8216;91 / &#8216;92, 38. Spieltag: Lähmendes Entsetzen macht sich bei den Frankfurter Spielern und Anhängern breit: Schiedsrichter Alfons Berg übersieht ein klares Foul an Ralf Weber im Rostocker Strafraum und verwehrt den Hessen den fälligen Elfmeter. Durch diesen schweren Schock kommt die Mannschaft nicht über ein 1:2 im Ostseestadion hinaus. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Lothar Sippel</h3>
<p><em><span style="color: #0000ee; text-decoration: underline;"><a href="http://www.hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/09/sippel5.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-203" title="sippel5" src="http://www.hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/09/sippel5-300x262.jpg" alt="" width="300" height="262" /></a></span></em><em>Bundesliga-Saison &#8216;91 / &#8216;92, 38. Spieltag: Lähmendes Entsetzen macht sich bei den Frankfurter Spielern und Anhängern breit: Schiedsrichter Alfons Berg übersieht ein klares Foul an Ralf Weber im Rostocker Strafraum und verwehrt den Hessen den fälligen Elfmeter. Durch diesen schweren Schock kommt die Mannschaft nicht über ein 1:2 im Ostseestadion hinaus. Die Meisterschale ist verloren&#8230;</em></p>
<p><em>Ein Beteiligter dieses wohl tragischsten Moments in der Vereinsgeschichte der Eintracht ist Lothar Sippel. Der Stürmer, der nach diesem Fiasko vom Main zum BvB wechselt, spricht im Interview mit Pokalschrank über seine persönlichen Erinnerungen, Konflikte mit den Medien und die individuelle Verantwortung von Spielern, ihren Namen für wohltätige Zwecke einzusetzen.</em></p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Herr Sippel, vor den Ball zu treten haben Sie in Göttingen gelernt?</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Richtig, in Göttingen habe ich angefangen, Fußball zu spielen. Wir waren sehr erfolgreich, sind Meister geworden, aufgestiegen, Meister geworden etc. War eine schöne Zeit da. 1985 bin ich dann aus Göttingen weg. Damals kamen die ersten Bundesliga-Angebote; entschieden hab mich dann aber für Hessen Kassel – die brauchten damals nur noch zwei Punkte um aufzusteigen in die erste Liga. Kassel war nicht so weit weg von zu Hause, Mutter konnte noch waschen und kochen und das war tatsächlich ein ausschlaggebender Punkt für mich&#8230;</p>
<p><span id="more-180"></span></p>
<p>Im vorletzten Spiel hat dann Kassel gegen Hannover 2:0 zur Halbzeit geführt und ich habe noch vor Beginn der zweiten Halbzeit unterschrieben. Das Spiel endete 2:2. In der nächsten Begegnung hat Kassel gegen Nürnberg 1:0 verloren, woraufhin der Verein die Saison auf Tabellenplatz vier beendete. Demzufolge habe ich nur zweite Liga gespielt. Insgesamt bin ich dann vier Jahre in Kassel geblieben. Da bin ich auch Torschützenkönig geworden mit 26 Toren und später zu Eintracht Frankfurt gewechselt. Das war aber auch wieder so eine enge Phase. Da hatte ich auch mehrere Angebote, aber ich habe mich für Frankfurt entschieden, die gerade Relegation gespielt hatten. Da haben die Leute in Kassel so ein bisschen gefrotzelt und gesagt, naja, dann spielen wir nächstes Jahr doch wieder gegeneinander… Aber die Eintracht hat es ja dann geschafft und wir hatten daraufhin die erfolgreichste Zeit in Frankfurt überhaupt und hätten wir in Rostock die Meisterschaft nicht vergeigt, wäre ich wahrscheinlich auch in Frankfurt geblieben.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Haben Sie noch Bindungen zu Kassel?</em></p>
<p>Hessen Kassel verfolge ich schon noch, weil ich der Meinung bin, das ist ein schlafender Riese, die machen da gute Arbeit und vom Umfeld her könnten die schon einen Erstligaverein vertragen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Die kämpfen sich gerade wieder nach oben, nachdem der Verein Anfang der 1990er Jahre Konkurs anmelden musste&#8230;</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Da kam ein Zwangsabstieg und dann sind sie richtig tief runtergesunken und versuchen nun, relativ schnell wieder hochzukommen aber so einfach ist es ja im Fußball nicht. Du musst dementsprechende Gönner haben, fähige Leute, die sich um den ganzen Apparat kümmern. Gerade ist Mirko Dickhaut da und ich drücke ihm die Daumen, dass er erfolgreich arbeiten kann.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Sie wohnen in der Nähe von Hannover in Burgwedel. Da möchte so mancher nicht tot überm Zaun hängen&#8230;</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Ich war ja am Schluss meiner Karriere in Hannover, hab hier meine Freundin kennen gelernt und da ich beruflich in Wien war, stellte sich die Frage, ob wir zusammen nach Wien oder zurück nach Hannover gehen. Und es ergab sich, dass ich wegen meiner Freundin wieder hierhin gegangen bin, was von der Lebensqualität schon deutlich was anderes ist als Wien. Dann haben wir hier in der Nähe ein Haus gesucht und sind in Burgwedel fündig geworden.</p>
<blockquote><p><strong>»Hannover ist von der Lebensqualität schon deutlich was anderes als Wien«</strong></p></blockquote>
<p>Hannover 96 hatte dort die Geschäftsstelle, als das Stadion noch nicht fertig war. Aber eigentlich bin ich eh ständig unterwegs. Mit Borussia Dortmund haben wir sehr viele Promispiele und mit der Nationalmannschaft sind wir letztes Jahr Weltmeister geworden (2nd Seniors World Cup in Thailand; Anm. d. Red.). Das war ein Hammerprogramm mit fünf Spielen in einer Woche, bei Temperaturen um die 40 Grad. Und da waren Spieler wie Felix Magath, Jürgen Röber oder Manfred Kaltz dabei. Die Spieler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten z.B. waren alle so um die 30 und wollten den Titel unbedingt holen. Wir aber auch&#8230;</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Von dem Turnier wussten wir gar nichts!</em></p>
<p><strong><a href="http://www.hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/09/sippel2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-185" title="sippel2" src="http://www.hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/09/sippel2-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Sippel:</strong> Die ganze Geschichte ist auch leider viel zu unbekannt gewesen, da wurde kaum Promotion für gemacht. Rainer Holzschuh vom kicker hat mich danach angesprochen und gesagt, hätten wir beim kicker davon Wind bekommen, hätten wir darüber auch einen großen Bericht gemacht.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Neben diesen Tätigkeiten bekleiden Sie diverse Ehrenämter&#8230;</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Zum einen das <a href="http://www.smogline.de/" target="_blank">SMOG</a>, d. h. Schule machen ohne Gewalt, das habe ich die ersten Jahre organisiert; Rudi Völler macht da die Schirmherrschaft. Dabei ging es nicht nur um Fußball, man hat z.B. verschiedene Rollenspiele gemacht, an denen die Kinder viel Spaß hatten und die Ihnen den gewaltfreien Umgang miteinander nahe bringen sollten. Ich glaube, das ist für die Kinder sehr wertvoll gewesen.</p>
<blockquote><p><strong>»Da ging es nicht nur um Fußball, man hat z.B. verschiedene Rollenspiele gemacht, an denen die Kinder viel Spaß hatten und die Ihnen den gewaltfreien Umgang miteinander nahe bringen sollten.«</strong></p></blockquote>
<p>Außerdem war ich ballance-Botschafter 2006, bin jetzt noch Toleranz-Botschafter, wo auch andere Spieler mit dabei sind. Steffi Jones ist da Schirmherrin und dafür haben wir in zwei Wochen wieder ein Spiel, ich glaube gegen den niedersächsischen Landtag, an dem viele Politiker beteiligt sind. Bei solchen Projekten werden an Schulen Autogrammstunden gemacht oder Vorträge gehalten, wie man gegen Gewalt vorgehen kann.</p>
<p>Bei den <a href="http://www.gofus.de/" target="_blank">Gofus</a> (Golfspielende Fußballer; Anm. d. Red.) bin ich nicht organisatorisch dabei, da helfe ich nur manchmal aus, um neue Leute dazu zu bekommen. Gerhard Delling habe ich jetzt kürzlich gefragt, ob der nicht beim Turnier in Hamburg mitspielen wolle. Viel mehr lässt mein Zeitplan da nicht zu. Das Ziel dieser Golfturniere ist das Sammeln von Geld für einen guten Zweck, für die Uwe Seeler Stiftung oder die <a href="http://pms.mertesackerandfriends.de/" target="_blank">Per Mertesacker Stiftung</a>, <a href="http://www.kinderlachen.de/" target="_blank">Kinderlachen</a>, wo Michael Rummenigge Schirmherr ist usw. Seit Neuestem gibt es jetzt das Projekt <a href="http://www.platz-da.com/">Platz da</a>!, welches von den Gofus selbst ins Leben gerufen wurde und im wahrsten Sinnes des Wortes den Bau von Fußballplätzen bzw. die Schaffung von Ausbildungsplätzen fördert. Da laufen viele Dinge, wo nicht nur geredet sondern auch in die Tat umgesetzt wird.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Das soziale Schaffen durch den Fußball und die Spieler könnte aber noch ausgebaut werden&#8230;</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Wenn Du Dir das Elend in dieser Welt ansieht, ist es klar, dass das immer ausbaufähig ist. Wenn ich das Glück hatte, Job und Hobby zu verbinden, bietet sich so eine Aufgabe an. Es kann gar nicht genügend Leute geben, die sich für wohltätige Zwecke engagieren. Deswegen ist es für mich auch wichtig, auf den Reisen mit der Nationalmannschaft nach Georgien oder Vietnam und wo wir überall waren, sich da Land und Leute genau anzugucken. Da kommt der ein oder andere ganz schnell wieder auf den Boden und man kommt zu dem Bewusstsein, wie gut es einem selber geht. In Mexico haben wir den bettelnden Kindern kein Geld gegeben, sondern etwas zu essen, weil klar war, dass die das Geld irgendwo abliefern mussten und selbst nichts davon hatten.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Zu Ihrer sportlichen Karriere: Sie haben den Trainerschein gemacht, waren bei verschiedenen Vereinen und auch als Co unter Horst Köppel in Abu Dhabi. Wann sieht man Lothar Sippel in der Bundesliga wieder?</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Ich habe schon ein paar Mal vorgehabt, die Fußballlehrer-Lizenz zu machen aber bis jetzt ist leider immer etwas dazwischen gekommen. Bis heute hat mir der A-Schein gereicht, weil mir der Job als Co-Trainer Spaß gemacht hat. Vielleicht ergibt sich aber mal die Möglichkeit, im Management was zu machen. Viele Leute haben mir vorgeschlagen, dass ich mich als Manager bewerbe, und wenn sich irgendwann mal was Interessantes ergibt, könnte ich mir das unter Umständen auch vorstellen. Aber die Leute wissen, dass ich hier bin und wenn sie mich brauchen, sollen sie einfach auf mich zukommen. Ich will nicht den Leuten hinten reinkriechen. Ich bin auch noch nie jemand gewesen, der einen einfachen Weg geht und mir imponieren viel mehr solche Leute, die Ecken und Kanten haben als angepasste Langeweiler. Und das ist für das Handling eines Vereins auch wichtig. Wenn Du nur von Mitarbeitern umgeben bist, die von morgens bis abends das sagen, was Du selber denkst, kommst Du keinen Schritt weiter. Ehrlichkeit spielt für mich eine sehr große Rolle. Ich muss auch nicht zwangsläufig in Hannover bleiben. Vielleicht kommt ja noch mal eine reizvolle Aufgabe aus dem Ausland. <a href="http://www.lotharsippel.de/" target="_blank">Meine Firma</a> kann ich auch von anderswo betreiben.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Welche Erfahrungen konnten Sie diesbezüglich sammeln?</em></p>
<blockquote><p>»<strong>Horst hat den Zettel zerrissen und in den Papierkorb geschmissen. Das war dann unser letztes Spiel.«</strong></p></blockquote>
<p><strong>Sippel:</strong> In Abu Dhabi hatten wir zwei Manager, die miteinander überhaupt nicht konnten, dann gab es zwei Stürmer, die sehr viel Geld verdient haben, sich aber auch untereinander nicht riechen konnten und hatten da einen Verein mit Al Wahda, der hier in Deutschland mit Bayern München gleichzusetzen wäre und alljährlich arabischer Meister werden wollte. Dort ist man auf uns zu gekommen, hat uns einen Zettel in die Hand gedrückt und gesagt: Wir möchten gerne mit dieser Aufstellung spielen. Dann haben Horst und ich überlegt: Es könnte ja sein, dass deren beabsichtigte Mannschaftsaufstellung mit unserer übereinstimmt, was aber leider nicht der Fall war. Horst hat den Zettel zerrissen und in den Papierkorb geschmissen. Das war dann unser letztes Spiel. Wir hätten uns da natürlich anpassen und nach deren Auffassung die Mannschaft auflaufen lassen und wegen des Geldes da bleiben können, aber dann bist Du nur noch deren Marionette und das wollten wir vermeiden.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Das soll es hierzulande ja auch schon gegeben haben. Was gibt es sonst für Unterschiede zur Bundesliga?</em></p>
<p><strong><span style="color: #0000ee; text-decoration: underline;"><a href="http://www.hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/09/sippel4.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-201" title="sippel4" src="http://www.hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/09/sippel4-300x227.jpg" alt="" width="300" height="227" /></a></span></strong><strong>Sippel:</strong> Die ganze Kultur des Landes ist mit hier gar nicht zu vergleichen und das kann man auch nicht so ohne weiteres durchsetzen. Sachen wie Pünktlichkeit, Disziplin standen zunächst oben auf dem Trainingsplan. Ansonsten hat man den Spielern für ein gutes Spiel mal ein Auto oder ein Kamel geschenkt, da konnten wir denen nur schwer sagen, wie sie zu trainieren hatten. Dazu kam noch die Rücksicht auf deren Religion, es gibt ja festgelegte Zeiten, wann gebetet wird, oder der Ramadan, da konnten die Spieler bis abends keine feste Nahrung zu sich nehmen. Man muss sich anpassen können und die Regeln befolgen, die in diesem Umfeld gelten.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Schritt zurück zu Ihrer aktiven Zeit: Sie haben unter Stepanovic in Frankfurt und Hitzfeld in Dortmund gespielt – zwei Trainer, die in der öffentlichen Wahrnehmung kaum verschiedener rübergekommen sind: Der eine schlitzohriger Lebemann, der andere nüchterner Lehrertyp. Wer hat den größeren Einfluss auf Sie gehabt?</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Beides sind tolle Menschen und beide haben ihre Fähigkeiten. Stepi ist ein Typ mit Ecken und Kanten, aber solche Typen brauchst Du als Spieler und auch als Trainer.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Mit Rotation war damals aber noch nicht so viel, oder?</em></p>
<p>Wäre das der Fall gewesen, hätte ich vielleicht öfter gespielt. Jedenfalls bin ich nur unregelmäßig von Anfang aufgestellt worden, was sicherlich damit zu tun hatte, dass der Kalle Riedle 9 und ich nur 2,5 Millionen Mark gekostet habe. Den Kalle konnte man also auch nicht so ohne weiteres auf die Bank setzen.</p>
<blockquote><p><strong>»Stepanovic und Hitzfeld sind beides tolle Menschen«</strong></p></blockquote>
<p>Zu meiner Frankfurter Zeit hatten wir mit Yeboah, Eckstein, Andersen und meiner Person hochkarätige Stürmer. Jay Jay Okocha hatte damals noch gar keine echte Chance, aufgestellt zu werden. Mit Stepi gab es da auch eine einprägsame Zeit, als der Vertragspoker anstand. In der Hinserie hatte ich schon neun Tore geschossen als Stammspieler und wir hatten ein Spiel gegen den VfL Bochum. Stepi sagte zu mir vor dem Spiel: Lothar Du spielst, aber was ist mit Deiner Vertragsverlängerung? Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht unterschreiben werde, weil ich mir den Vertrag anders vorgestellt hatte. Ab da hat der mich nur noch als Joker eingesetzt. Oft bin ich erst in den letzten beiden Spielminuten aufs Spielfeld gekommen und ab und zu habe ich dann auch noch ein Tor gemacht. Stepi war dann leicht zerknirscht: Eigentlich wollte ich Dich gar nicht bringen! Meine Antwort: Ja, und eigentlich wollte ich gar kein Tor machen!</p>
<p>Ich will beide Trainer nicht missen. Viele fragen mich danach: Wer war Dein bester Trainer? Und das kann man so nicht sagen, jeder hat positive und negative Eigenschaften. Von jedem nimmst Du etwas mit; jeder trägt etwas zu Deiner sportlichen Prägung als Spieler bei. Zu meinen schönsten Erinnerungen gehört die Situation, als ich mit Dortmund in Frankfurt gespielt habe. Ich musste zunächst auf der Bank sitzen, und dann haben beide Fanblöcke angefangen, meinen Namen zu rufen und meine Einwechslung zu fordern. Da läuft es Dir schon kalt den Rücken runter… Aber so was bekommt man auch kaum noch mit, dass Fans die Namen der Spieler rufen, das war früher viel mehr verbreitet.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Die Fanlandschaft hat sich stark verändert meinen Sie?</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Sicher. Aber auch das Verhältnis der Spieler untereinander. Früher mit Heinz Gründel oder Uli Stein sind wir oft zusammen abends rausgegangen, vor allem, nachdem wir verloren hatten. Das hat den Mannschaftszusammenhalt viel mehr gestärkt, als wenn wir nach einem Sieg zusammen weg gewesen sind. Man lernt sich besser kennen: Wie verhält sich der eine oder der andere nach einer Niederlage? Was haben meine Kollegen privat für Probleme? Und die Auseinandersetzung damit hat auch positive Konsequenzen auf das Mannschaftsgefüge auf dem Platz, weil man sich mehr füreinander eingesetzt hat.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Danach sind Sie zu Hannover 96 in einer sportlich unterdurchschnittlichen Zeit des Vereins&#8230;</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Ich wäre gerne in Frankfurt geblieben, weil ich mich dort sehr wohl gefühlt habe, aber da ist meine Leistung nicht honoriert worden. Also ging es nach Dortmund. Und auch da wäre ich gerne geblieben. Ich hatte damals Angebote von Schalke, aber zu der Zeit gab es noch nicht das Bosman-Urteil und da haben die mich nicht gehen lassen, weil die Ablöse zu hoch war.</p>
<blockquote><p><strong>»Ich wäre gerne in Frankfurt geblieben«</strong></p></blockquote>
<p>In Hannover schließlich gab es leider keinen wirklichen Mannschaftszusammenhalt obwohl die Truppe definitiv stark genug für die erste Liga war. In meiner aktiven Zeit bei 96 habe ich sechs Trainer kennen gelernt. Und das hatte auch Auswirkungen auf das Bild von Lothar Sippel in der Öffentlichkeit. Die Fans konnten damals nicht verstehen, worum es im Einzelnen ging, aber die sportliche Misere wurde versucht an verschiedenen Personen festzumachen, u. a. auch an mir. Damals habe ich gelernt, wie nah sich verschiedene Medien an der Wahrheit orientieren bzw. lediglich solche Inhalte verbreiten, welche die Leute lesen wollen. Auch wenn sich viele Menschen darüber bewusst sind, das gewisse Aussagen in der Zeitung nicht ganz der Wahrheit entsprechen, gehen doch die meisten davon aus, dass grob die Hälfte von dem, was da geschrieben steht wahr ist. Und damals standen Sachen in der Zeitung die erstunken und erlogen waren. Und dagegen kannst Du als Einzelperson nichts unternehmen!</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Die Fußballerbranche kann weder mit noch ohne Medien, oder?</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> In meinem Fall gab es da eine unglückliche Zeit, und ich musste erleben, das Presseleute auf mich zukamen und gesagt haben: Entweder Du präsentierst uns Dein Privatleben oder wir denken uns selber was aus! Du stehst durch die Medien, ob jetzt in meinem speziellen Fall oder auch bei anderen Spielern und Trainern, wirklich unter starkem Druck. Und das ist sicherlich auch dadurch bedingt, bei welchem Verein oder in welcher Stadt Du angestellt bist. Felix Magath z.B., der in Wolfsburg großartige Arbeit macht, hat dort wesentlich mehr Ruhe, weil dort die Medienlandschaft so überschaubar ist.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Um noch einmal auf die Eintracht zu sprechen zu kommen: nach der verpassten Meisterschaft ging es mit dem Verein steil bergab, zeitweise drohte gar der Absturz in die Amateurklasse. Welche Gründe sehen Sie für diesen Niedergang?</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Ich bin ja dann gewechselt, insofern bin ich nicht sicher, was den Absturz letztlich ausgemacht hat. Ich bin sicher, wenn wir Meister geworden wären, hätte Frankfurt sich dauerhaft oben in der ersten Liga halten können. Die finanziellen Mittel wären da gewesen und der Verein hätte Ruhe gehabt, seine Arbeit in Ruhe fortsetzen zu können.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Der Club scheint sich in den letzten Jahren wieder gefangen zu haben&#8230;</em></p>
<p><strong>Sippel:</strong> Das macht einen soliden Eindruck, was Heribert Bruchhagen und Friedhelm Funkel auf die Beine gestellt haben. Die scheinen gut zu harmonieren und es geht jetzt darum, sich dauerhaft einen festen Platz im guten Mittelfeld zu sichern. Dann wird der Verein auch in absehbarer Zeit wieder international tätig sein und wird das Geld verdienen, das ein Verein braucht, um auf lange Sicht zu den Topvereinen in Deutschland zu gehören.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Herr Sippel, haben Sie vielen Dank!</em></p>
<p><em>Zur Person: Der 1965 in Göttingen geborene Lothar Sippel stürmte von 1985 bis 1997 für Hessen Kassel, Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund, Hannover 96 und die SpVgg Unterhaching. Bei 181 Einsätzen erzielte er 34 Tore und zog 1992/ 93 mit Vizemeister Borussia Dortmund ins Endspiel um den UEFA-Pokal ein. Zu seinen Sternstunden zählt ebenso Sippels vorentscheidendes 2:0 gegen AS Rom im Viertelfinale des UEFA-Pokals 1992/93, welches der Dortmunder Borussia den Weg ins Halbfinale ebnete. Als Trainer betreute Sippel Vienna Wien, Arminia Hannover und zusammen mit Horst Köppel Al Wahda aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.</em></p>
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		<title>Vom Heldmanskamp zur Volker-Zerbe-Halle</title>
		<link>http://www.pokalschrank.de/archives/161</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 12:11:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Volker Zerbe
Wir treffen Zerbe während der Olympischen Spiele 2008 an einem regnerischen Tag an der Lipperlandhalle in Lemgo. 2,11m sind dann doch noch größer als erwartet. Wir begrüßen uns, er schließt die Halle auf und führt uns zur Loge des neuen Hauptsponsors des TBV, der heristo AG (ProVital). »Eine eigene Loge haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Volker Zerbe</h3>
<p><em><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/08/zerbe1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-44" title="zerbe1" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/08/zerbe1-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a>Wir treffen Zerbe während der Olympischen Spiele 2008 an einem regnerischen Tag an der Lipperlandhalle in Lemgo. 2,11m sind dann doch noch größer als erwartet. Wir begrüßen uns, er schließt die Halle auf und führt uns zur Loge des neuen Hauptsponsors des TBV, der heristo AG (ProVital). »Eine eigene Loge haben wir nicht mehr«, sagt er mit einem Augenzwinkern und versorgt uns erstmal mit Getränken.</em></p>
<p><strong><em>Pokalschrank: <span style="font-weight: normal;">Erste Frage, momentan sind wieder Olympische Spiele, sie waren die letzten vier Male aktiv dabei. Kribbelt es noch?</span></em></strong></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Man guckt sehr sehr interessiert zu. Es ist für mich eine neue Situation insofern, als ich sagen muss: Ich habe jetzt vier Spiele nacheinander mitgemacht, nach langer langer Zeit verfolgt man jetzt alle Wetkämpfe mal wieder im Fersehen. Ein ganz anderer Blickwinkel, den man da hat. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich wäre nicht mit Herz und Seele dabei.</p>
<p><span id="more-161"></span></p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Man muss es ansprechen, vor vier Jahren, das Spiel gegen Spanien (olympisches Viertelfinale, endete nach zweimaliger Verlängerung im Siebenmeterwerfen, Anm. d. Red.), für mich war es so ziemlich das Größte was ich im Handball gesehen habe. Sind sie persönlich Henning Fritz, Thorsten Jansen und Daniel Stephan immer noch dankbar für die gehaltenen bzw. verwandelten Siebenmeterwürfe? Weil irgendwann hätten sonst sie antreten müssen&#8230;</em></p>
<blockquote><p><strong>»Es waren bewegende Momente, die wir da genießen durften, das bleibt.«</strong></p></blockquote>
<p><strong>Zerbe:</strong> Dankbar will ich gar nicht sagen. Ich hätte mich vielleicht da auch nochmal beweisen können&#8230; Ich hatte einen Siebenmeter in meiner gesamten Bundesligalaufbahn geworfen – erfolgreich. Ich hätte da nochmal meinen einzigen Siebenmeter für Deutschland werfen können – hoffentlich auch erfolgreich. Nein, war schon ganz gut so, das war wirklich ein Krimi sondergleichens&#8230; Ich glaube dieses Spiel werden wir als Spieler nicht vergessen, die Stimmung, die Atmosphäre die da geherrscht hat, aber ich glaube auch alle Zuschauer, vor dem Fernseher, vor den Radios – es waren bewegende Momente, die wir da genießen durften, das bleibt.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Wie kam das denn mit den Siebenmetern?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Damals bei Lemgo, als ich noch sehr jung war, gab es immer andere die schneller waren, das Vorrecht hatten und irgendwann fehlte dann einfach die Praxis, es gab immer andere sehr gute Siebenmeterwerfer und identisch war es dann bei der Nationalmannschaft. Da habe ich mich auch nie aufgedrängt und irgendwann war es dann halt so, dass ich einfach nicht geworfen habe.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank: </em></strong><em> Danach gab es im Finale dann &#8220;nur&#8221; Silber. Sie haben im Laufe der Jahre eine Reihe anderer Titel gewonnen. Die unbeliebte Frage: Gibt es einen, den sie herausheben möchten?</em></p>
<blockquote><p><strong>»Das einzige, was ich aufbewahrt habe, ist die olympische Silbermedaille.«</strong></p></blockquote>
<p><strong><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/08/zerbe3.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-46" title="zerbe3" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/08/zerbe3-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a>Zerbe:</strong> Das hängt immer auch damit zusammen, zu welcher Zeit es passiert ist. Der erste Titel mit Lemgo, 1995 DHB Pokal, das war natürlich herausragend, erster Titel der Vereingeschichte, super, man hat gefeiert, man hat gemerkt wie die Bevölkerung dahintersteht. Nationalmannschaft natürlich Europameisterschaft 2004 nach langer langer Zeit des oben Mitspielens dann endlich mal auf dem Treppchen oben zu stehen, das war gigantisch. Aber es bleibt das Nonplusultra für einen Sportler, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Wenn man da auf dem Treppchen steht, ist das etwas, was man sehr sehr gerne in Erinnerung behält. Auch das Einzige, was ich aufbewahrt und in die Vitrine gelegt habe ist die Silbermedaille. Da spürt man, was für einen Wert die hat.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Wi</em><em>e sehen sie denn die politische Dimension um Olympia, es wird ja viel diskutiert?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Das Thema wird immer wieder zurecht aufgegriffen. Das IOC hat bei der Vergabe sicherlich auch gewusst, dass dieses Thema sicherlich aktuell sein wird. Haben es vieleicht als Chance gesehen. Für das Land, für die Presse, detaillierter berichten zu können. Ich denke, man muss sich ein Bild machen können, das war in der Vergangenheit nicht so möglich, weil die Medien gar nicht die Chance hatten, aus dem Land zu berichten. Insofern hoffe ich, dass diese Olympischen Spiele dazu beitragen, das Land zu öffnen.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong> <em>Das leidigste Thema ist immer wieder das Doping. Da gab es jetzt den einstigen Drogenbeschaffer Angel Heredia, der im Spiegel ausgesagt hat, beispielsweise im 100-Meter-Finale der Herren werde es nicht einmal einen sauberen Teilnehmer geben, er selbst hätte die bekanntesten Größen aus der Leichtathletik, aus dem Schwimmen über Jahre hinweg beliefert. Ein ganz heikles Thema, wo Doping anfängt und wo es aufhört&#8230;</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Das ist korrekt. Aber man muss die Frage stellen, was Doping bedeutet, für die Gesellschaft bedeutet. Man muss entschieden dagegen vorgehen, es ist vollkommen richtig, den Weg einzuschlagen, es zu verfolgen und unter Strafe zu stellen, weil es wichtig ist a) für die Sportler und b) als Signal für die Jugendlichen, die da nachkommen. Man muss zwar versuchen, seine Leistungsgrenze auszureizen, aber wenn die nicht ausreicht, um top zu sein, dann ist das auch nicht schlimm. Es bedarf halt auch einer Bewusstseinsänderung der Gesellschaft, dass nicht immer nur der Erste der Sieger ist, sondern auch ein zehnter Platz sehr gut sein kann. Dass dieser Teufelskreis verlassen wird, dass immer nur der Erste herausgehoben wird und letztendlich auch verdienen kann.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Doping im Handball?</em></p>
<p><strong><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/08/zerbe2.jpg"><img class="size-medium wp-image-45 alignleft" title="zerbe2" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/08/zerbe2-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a>Zerbe:</strong> Bei uns Handballern sind ganz ganz wenige Fälle nur bekannt, oftmals eher die bekannten Sachen, dass man mal einen Joint geraucht hat. Aber nicht um Leistung zu fördern oder aufgeputscht ins Spiel zu gehen, sondern als Genussmittel, was man aber auch zu Recht verfolgt. Ansonsten ist mir kein Fall bekannt. Das zeigt aber auch: Handball ist ein Mannschaftssport, das ist ganz anders zu betrachten als ein Individualsport. Da gibt es so viele Faktoren, die ein Spiel beeinflussen können, da ist es nicht der Punkt, die körperlichen Fähigkeiten im Hundertstelbereich auszureizen. Man darf das auch nicht alles über einen Kamm scheren. Es muss nicht jeder mitmachen, jeder kann das selbst entscheiden. Wer es macht, ist denke ich auch dem Druck der Gesellschaft unterlegen. Daher ist es richtig, es zu verbieten, es streng zu verfolgen, aber man muss auch die Gesellschaft dahin bringen, eine gute Platzierung zu feiern.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Also im Kern dann doch der Olympische Gedanke?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Richtig. Dennoch, wenn man die Spiele rückblickend betrachtet, wie da der Kommerz eingesetzt hat, das ist etwas, was man nicht zurückdrehen kann. Das ist  auch der Antrieb für die Sportler gewesen, der dazu geführt hat, dass viele sich Doping unterwerfen, auch außerhalb Olympias – Radsport als Paradebeispiel. Das zeigt, dass wirklich nur der Erste zählt und dafür sind die Sportler bereit, alles zu geben. Selbst im unerlaubten Bereich.</p>
<blockquote><p><strong>»Beim Doping ist jeder selbst gefragt: Will ich es? Mache ich es mit?«</strong></p></blockquote>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Auch weil die Zehntelsekunde schon mal 100.000 Euro Unterschied macht?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Exakt. Man muss dahin kommen, dass nicht nur der Erste ein unglaubliches Geld verdient, sondern muss die anderen dementsprechend vergüten. Aber diesen Druck muss man auch nicht mitmachen, wenn man die Einstellung hat, dass es moralisch verwerflich ist, mit verbotenen Mitteln ans Äußerste zu gehen und nur deswegen den Erfolg zu feiern. Ich denke, da ist jeder selbst gefragt: Will ich es? Mache ich es mit?</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Für gefestigte Persönlichkeiten sicher einfacher, aber die Sportler, die da jetzt die Wettkämpfe betreiben, sind 20 Jahre oder jünger&#8230;</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> &#8230;sicherlich sind nicht einmal alle, die Doping betreiben, überhaupt schon mündig. Vielleicht, weil schon in der Jugend rübergebracht wird, dass das dazu gehört, normal ist, nicht verwerflich. Ich bin froh, dass ich Mannschaftssport gemacht habe. Für uns sind das nicht die Faktoren. Was wäre, wenn man Leichtathletik gemacht hätte und man merkt, da ist der Stillstand? Versinkt man im Mittelmaß? Oder wäre man auch bereit? Eine Frage, die dann sicher sehr schwer zu beantworten ist.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Ganz anderes Thema: Sie gelten gemeinhin als Musterbeispiel für Vereinstreue. Das stimmt aber nicht so ganz. Sie haben seinerzeit dem TV-Lemgo, ich glaube 1984, das müsste dann A- oder B-Jugend gewesen sein, den Rücken gekehrt!</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> (lacht) Richtig! Letztes Jahr B-Jugend, da bin ich vom Ortsverein TV-Lemgo zum TBV gewechselt.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Weil die Karriere schon absehbar war?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Ich habe im TV eine sehr gute Jugendarbeit genossen, allerdings bescheinigte man mir ein sehr großes Talent und für mich war dann beim TBV die erste Herrenmannschaft, die schon am Bundesligabetrieb teilgenommen hat, erstes oder zweites Jahr war das, das Ziel zu versuchen, da mitzumischen. Und das konnte man nur, wenn man auch mehr trainierte. Nach dem Wechsel konnte ich dann auch zweimal die Woche bei den Herren mittrainieren und das hatte dann letztlich den Ausschlag gegeben, den Wechsel zu vollziehen.</p>
<blockquote><p><strong>»Ich habe den Lüttfeld noch gut vor Augen.«</strong></p></blockquote>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Wie sind die frühen Erinnerungen an den Lüttfeld? Jetzt sitzen wir ja an gleicher Stelle in der modernen Lipperlandhalle&#8230;</em></p>
<p><strong><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/08/zerbe4.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-47" title="zerbe4" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/08/zerbe4-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a>Zerbe:</strong> Ich habe ihn noch gut vor Augen. Jede Stufe des Ausbaus, wie die Halle vorher aussah; sie hatte zu jedem Zeitpunkt ihren Charme und ihre Atmosphäre. Ich finde es im Rückblick sehr sehr schön, alle Stufen mitgemacht zu haben. Auch weil man so sehen kann, wie sich der Handball in Lemgo entwickelt hat.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Früher sind sie als Junge im Heldmanskamp (Lemgos zweitgrößte Handballhalle, Anm. d. Red.) Auf und Ab gelaufen, heute heißt die Halle nach Ihnen, sie waren zudem Botschafter der WM, ist Ihnen so etwas nicht unangenehm?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Nein, es macht mich stolz. Weil ich die Möglichkeit habe, dem Sport auch etwas zurück zu geben. Die Anerkennung der Stadt, das macht mich auch stolz weil es zeigt, dass man hier lange Jahre auf einem gewissen Niveau gespielt hat. Das ist schön.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Sie sind parallel immer auch ihrem Beruf bei der Sparkasse nachgegangen. Hat sich das nie gegenseitig im Weg gestanden?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Im Weg gestanden? Würde ich ganz klar verneinen! Mir war es immer wichtig, neben dem Handball auch noch einen Beruf auszuüben. Für den Kopf, ich brauchte einen Bereich, wo ich auch anderweitig Verantwortung übernehmen, mich geistig bewegen konnte. Das hat mir der Beruf des Bankkaufmanns hier bei der Sparkasse auch gegeben. Aufgrund der Partnerschaft der Sparkasse mit dem TBV hatte ich dann die Plattform, weiterhin Leistungssport auf höchstem Niveau betreiben zu können. Man muss dazu wissen: &#8216;84, &#8216;85 war der Handball noch Amateursport, der hat sich dann erst so entwickelt, es war damals notwendig, auch an die Laufbahn nach der sportlichen, an die Zukunft zu denken.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Sie hatten im Laufe der Jahre auch eine Menge namhafter Trainer. Was waren die besonderen Stationen?</em></p>
<blockquote><p><strong>»Es sind auch die Erfolge, die einen mit einem Trainer verbinden.«</strong></p></blockquote>
<p><strong>Zerbe:</strong> Ich glaube, jede Station war besonders. Man hat sicherlich den Einen oder Anderen besser in Erinnerung. Wichtig war mir auch immer der menschliche Faktor, zu Recht, aber ich glaube, ich habe von jedem Trainer etwas mitnehmen können, auch Menschliches, was einen hat reifen lassen. Es sind aber auch die Erfolge, die einen mit einem Trainer verbinden, die schönen Momente, an die man sich erinnern kann.</p>
<blockquote><p><strong>»In der Champions League Erfolg zu erhaschen, wäre schön gewesen.«</strong></p></blockquote>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Am Ende gab es sogar noch die Möglichkeit, zu einem Kurzeinsatz unter Noka Sedarusic zu kommen, von dem ja viele Spielerkollegen schwärmen. Warum haben sie das Angebot, in Kiel einzuspringen, abgelehnt? (Der THW Kiel hatte aufgrund von Verletzungssorgen für die Champions League dringend einen Rückraumspieler nachnominieren müssen und seinerzeit auch bei Zerbe angefragt, der spielberechtigt gewesen wäre. Anm. d. Red.)</em></p>
<p><strong>Zerbe: </strong>Das Angebot von Kiel war sehr reizvoll. In der Champions League Erfolg zu erhaschen, wäre schön gewesen. Aber es war mir in meiner Funktion nicht möglich, die Offerte anzunehmen. Ehrlich gesagt hat es mich auch ein wenig gesträubt, ich bin TBV&#8217;er. Ich helfe natürlich gerne dem deutschen Handball, aber da ich hier in der Zeit sehr eingespannt war, war ich froh, dass mir diese Entscheidung letztlich abgenommen worden ist. Mitterweile spiele ich auch gar keinen Handball mehr, nicht einmal mehr zum Spaß.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Es kommt für sie also definitiv, auch später und in anderer Position, kein anderer Verein in Frage?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Ich hoffe nicht. Ich möchte mit dem TBV noch eine Menge erreichen und wünsche mir noch eine sehr sehr lange Zeit in Lemgo.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Nochmal zurück zu den Trainern: War Heiner Brand am Anfang wirklich so schlimm?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Er hatte die schwierige Aufgabe, am Anfang eine Mannschaft zu formen. Dafür war Disziplin von Nöten, bei einigen Kandidaten (lacht). Mit den Jahren hat sich gezeigt, dass er den richtigen Weg gegangen ist und mit den Erfolgen zeigt sich nun auch eine gewisse Lockerheit, die er sich angeeignet hat, weil die Mannschaft auf dem richtigen Weg ist. Wobei er jetzt gerade bei den jungen Spielern die Zügel wieder ein bisschen anzieht.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Aber es hat keine Herberger&#8217;schen Dimensionen mehr?</em></p>
<p><strong>Zerbe: </strong>Nein, zum Glück.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Und die berühmte Pizza bei der WM?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Ich war nicht dabei, aber ich habe davon gehört und als ich dann im Film (»Projekt Gold«, Anm. d. Red.) die Sequenzen gesehen habe, konnte ich mir den Heiner sehr gut vorstellen. War zum Schmunzeln für mich&#8230;</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Bei der WM haben sich viele vom Handball anstecken lassen. Es war das erste Mal, dass man in den Innenstädten auch Handball gucken konnte. Wie erklärt man sich so etwas?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Ich glaube, dafür sind zwei Dinge verantwortlich: Handball hat in den Vereinen an Bedeutung gewonnen, die Vereine sind sehr erfolgreich gewesen und haben gute Arbeit gemacht in den vergangenen Jahren, da sind immer mehr Leute hingegangen, haben angefangen, sich für den Sport zu interessieren. Und auch die Erfolge in der Nationalmannschaft haben dazu beigetragen, dass der Sport in der Bevölkerung ganz anders wahrgenommen wird. Nicht nur in den Hochburgen. Zudem war der Zeitpunkt ideal, 2007, nach der Fußball-WM 2006, die gezeigt hat, wie Deutschland sich darstellt, friedlich, offen und in bester Partylaune. Das hat einen Riesenschwung gegeben und das wollten die Menschen weiterleben in Deutschland. Selbst die Hockey-WM war ein Riesenerfolg, die Reiterspiele in Aachen waren gigantisch und dann kam Handball. Letztendlich ist aber ausschlaggebend der Erfolg. Wenn Du den Weltmeistertitel im eigenen Land in diesen Riesenarenen holst, mit hohen Einschaltquoten, dann zeigt das, wie die Sportart an Bedeutung gewonnen hat. Neben den Zuschauern natürlich auch für Sponsoren.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Wie kann man das weiter forcieren?</em></p>
<p><strong>Zerbe:</strong> Wir müssen daran arbeiten, die Fernsehpräsenz dieser sehr sehr medienwirksamen Sportart weiter zu erhöhen. Das ganze noch mehr auf den Eventcharakter bringen, natürlich mit dem Spiel im Zentrum. Wichtig ist auch die Vereinsarbeit, die schon sehr gut ist, wir haben die stärkste Liga, aber da müssen alle Vereine noch weiter dran arbeiten. Nachwuchsarbeit, damit Talente nachkommen und so weiter. Wir dürfen uns auf den Erfolgen der vergangenen zwei Jahre nicht ausruhen.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank: <span style="font-weight: normal;">Letzte Frage: Wie war das Schützenfest am Wochenende?</span></em></strong></p>
<p><strong>Zerbe: </strong>Als Lemgoer war ich auch auf Schützenfest. Man hat auch wieder versucht, mich in eine Kompanie herein zu bekommen. Ich konnte mich wieder einmal dagegen    wehren und habe nur gefeiert. Es ist ein sehr schönes Fest, traditionell, sehr gesellig, insofern war ich – natürlich – auch zugegen.</p>
<p><strong><em>Pokalschrank:</em></strong><em> Herr Zerbe, wir bedanken uns für das Gespräch.</em></p>
<p><em><br />
<strong> Zur Person:</strong></em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Volker Zerbe wurde am 30. Juni 1968 in Lemgo geboren und ist Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten TBV-Lemgo. Dort spielte der Linkshänder über zwanzig Jahre lang im rechten Rückraum und erzielte im Verein und später auch in der Nationlmannschaft zahlreiche große Erfolge, darunter zwei Deutsche Meisterschaften, drei Pokalsiege, den Titel des Europameisters und olympisches Silber. Zum Abschluss seiner Karriere gewann er mit Lemgo im Jahr 2006 den EHF-Cup. Seine Rückennummer 11, die für seine Größe (2,11m) steht, wird beim TBV nie wieder vergeben werden.</em></p>
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		<item>
		<title>Diplomat mit angeborenem Dachschaden</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Oct 2006 13:01:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Walter Eschweiler
Zum Auftakt der 44. Bundesligasaison traf sich die Redaktion zur TORWORT-Lesung am 12. August 2006 mit Walter Eschweiler in Köln. Der ehemalige Schiedsrichter pfiff von 1963 bis &#8216;90 insgesamt 256 Bundesliga-Begegnungen und war auch international ein anerkannter Spielleiter. Weltweit berühmt wurde Eschweiler ungewollt bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien: Beim Aufeinandertreffen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Walter Eschweiler</h3>
<p><em><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/eschweiler.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-15" title="eschweiler" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/eschweiler.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Zum Auftakt der 44. Bundesligasaison traf sich die Redaktion zur <a href="http://www.torwort.de/">TORWORT-</a>Lesung am 12. August 2006 mit Walter Eschweiler in Köln. Der ehemalige Schiedsrichter pfiff von 1963 bis &#8216;90 insgesamt 256 Bundesliga-Begegnungen und war auch international ein anerkannter Spielleiter. Weltweit berühmt wurde Eschweiler ungewollt bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien: Beim Aufeinandertreffen zwischen Italien und Peru wurde er von einem Spieler versehentlich umgerannt und schlug den sogenannten WM-Purzelbaum, Pfeife und Karten flogen in hohem Bogen durch die Luft. Trotzdem konnte er die Partie nach kurzer Unterbrechung zu Ende bringen. Als sich in der Halbzeit sein damaliger Chef, Außenminister Hans-Dietrich Genscher nach seinem Wohlergehen erkundigen wollte, entgegnete Eschweiler: „Lieber Herr Minister, außer dem angeborenen Dachschaden keine weiteren Verschlechterungen.“</em></p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Welche Rolle spielt ein Schiedsrichter im Idealfall auf dem Platz?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Der Schiedsrichter hat den Regeln Geltung zu verschaffen und dafür zu sorgen, dass ein sportlich einwandfreier Verlauf des Fußballspieles gewährleistet ist. Nicht mehr und nicht weniger. Der Schiedsrichter ist auch nicht der Vorgesetzte der Spieler, sondern setzt die Regeln um wie sie vorgegeben sind, aber mit einem logischen Ermessensspielraum.</p>
<p><span id="more-42"></span></p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Sind die Schiedsrichter während der WM diesen Aufgaben zufriedenstellend nachgekommen?</em></p>
<blockquote><p><strong>„Das mit den drei gelben Karten darf nicht passieren.“</strong></p></blockquote>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Ich denke bei der Fußball-Weltmeisterschaft haben wir auf der Schiedsrichter-Seite Licht gesehen aber auch leider ein wenig Schatten und das muss nicht sein. Das menschliche Ermessen ist meines Erachtens im ein oder anderen Spiel zu kurz gekommen aber die FIFA wird wissen, wo sie da anzusetzen hat, das sich das nicht wiederholt; und wenn wir Schiedsrichter weiter an uns arbeiten, können wir die Fehlerquelle sehr stark minimieren.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Die fatalsten Fehlentscheidungen, die den Zuschauern heute noch in Erinnerung sind wie die drei gelben Karten gegen den Kroaten Simunic oder auch das Kartenfestival bei der Begegnung Portugal gegen die Niederlande sprechen dafür, dass einige Schiedsrichter völlig überfordert waren&#8230;</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Ach, ich will nicht sagen Überforderung. Die haben Vorgaben bekommen. Das ist dann meistens der vorauseilende Gehorsam, weil sie denn auch möglicherweise eine Regel zu strikt ausgelegt haben oder das Ermessen oder das Erkennen der jeweiligen Situation hier und da verwechselt haben. Das mit den drei gelben Karten darf nicht passieren. Nicht in der Kreisliga und nicht im Jugendbereich. Ich bin sicher, dass die FIFA, die UEFA und auch die FA (The Football Association - englischer Fußballverband; die Redaktion) in dem Fall ihre Konsequenzen ziehen werden. Das ist wirklich ein Fall, der darf einfach nicht passieren, aber das zeigt auch, dass die Kommunikation unter den vier Schiedsrichtern, die über Funk verbunden sind, nicht intakt ist.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wie geht es Markus Merk?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Ich verstehe seine Aufregung nicht. Man muss als Schiedsrichter auch sehr selbstkritisch sein. Und wenn er das ist - er ist ja ein guter Schiedsrichter - muss er sich eingestehen, dass nicht alles so war, wie es hätte sein sollen. Hinzu kommt: Wir als größter Verband der Welt sind seit der WM in Japan und Südkorea nicht mehr in der FIFA-Schiedsrichter-Kommission vertreten. Das ist sehr bedenklich!</p>
<blockquote><p><strong>„Der Fußball ist ein völkerverbindendes Element.“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wie beurteilen Sie die nachträgliche Sperre Thorsten Frings´ für das Halbfinale gegen Italien?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Tja, ich denke, da wollte man den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Es ist eben so entschieden worden und seien wir mal sportlich: Wir akzeptieren es, es hat ja keinen Zweck. Das Nachkarten bringt nichts. Thorsten Frings weiß, wie er sich zukünftig zu verhalten hat.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>In den Medien konnte man über Wochen eine intensive Patriotismus-Debatte verfolgen. Die Deutschen haben sich endlich selbst gefunden, hieß es. Wie hoch schätzen sie die integrative Kraft des Fußballs ein?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Sehr hoch. Der Fußball ist ein völkerverbindendes Element. Sie haben ja gesehen: Besucher, die aus dem Ausland kamen und die bisher keine gute oder überhaupt keine Meinung über Deutschland hatten sind begeistert vom technischen Know-how, der Freundlichkeit und der Hilfsbereitschaft der Deutschen. Ich denke, die WM hat uns in der Welt einen großen positiven Nimbus gebracht und den sollten wir weiter festigen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wird die Euphorie auf die neue Bundesligasaison übertragen?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Ich meine ja. Die Spiele, die ich bisher in der Bundesliga gesehen habe aber auch das erste Testspiel der Nationalmannschaft gegen Schweden: Ich finde, wir sind auf einem sportiven Wege.</p>
<blockquote><p><strong>„Ich freue mich, dass ich wieder helfen kann.“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wie viel Spaß macht Ihnen die voranschreitende Kommerzialisierung im Fußball?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Tja. Der Fußball kann davor nicht Halt machen und ohne Sponsoren läuft nichts mehr. Das fängt schon bei den Jugendmannschaften mit Trikotwerbung und Fußballschuhen an. Wir müssen nur versuchen, das der Sport immer noch dominant ist und nicht der Kommerz das oberste Gebot ist, sondern erst der zweite Faktor.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Und Sie meinen, das wäre momentan immer noch so?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Ich hoffe und wünsche, dass es mehr Fuß greift.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Schauen Sie manchmal wehmütig zurück?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Überhaupt nicht. Ich habe eine tolle Laufbahn erleben dürfen. Dafür bin ich dem DFB, der UEFA und der FIFA sehr dankbar. Auch wir haben Fehler gemacht in der ein oder anderen Form – das sollte man nicht vergessen. Da ich ja heute noch viele Promi-Spiele leite und durch meine Arbeit im Auswärtigen Amt in Bonn und Berlin bin ich dem Sport tagtäglich verbunden. Eine wunderbare Aufgabe und ich freue mich, dass ich stets helfen kann.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Im Auswärtigen Amt sind Sie zuständig für internationale Beziehungen sportlicher Verbände. Was heißt das genau?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Der Sport ist in Deutschland im Bundesinnenministerium angesiedelt aber die außenpolitischen Dinge liegen beim Auswärtigen Amt. Meine Aufgabe ist es, die Olympischen Sommer- und Winterspiele, Paralympics, Special-Olympics, Welt- und Europameisterschaften und große internationale Events seitens der Bundesregierung mit vorzubereiten; zugleich bin ich der Kontaktmann des Auswärtigen Amtes und der verlängerte Arm der Bundesregierung zur FIFA, zur UEFA, zum IOC, zum IPC und zu den sonstigen internationalen Verbänden. Hier ergibt sich der glückliche Umstand, dass jemand diese Aufgabe ausfüllt wie ich, der die dienstliche und die sportliche Seite gut kennt. Gerade hab ich wieder einige Sachen von deutschen Bundesligavereinen auf dem Tisch liegen, die Spieler aus dem Ausland verpflichten wollen. Es geht da um Visabelange, dass sie schnell ausreisen können, ob für ein Probetraining oder eine längere Verpflichtung. Auch da arbeiten wir eng zusammen mit dem DFB, der DFL, der UEFA und der FIFA. Es geht aber nicht nur um Fußball, es sind alle Sportarten betroffen: Wir helfen, wo wir können dürfen.</p>
<blockquote><p><strong>„Der vorolympische Astralkörper ist immer noch vorhanden.“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wie lange bleiben Sie noch im Dienst?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Die nächsten hundert Jahre! So lange der liebe Gott mir den Geist und die Gesundheit erhält, möchte ich gerne viel von dem zurückgeben, was ich erleben durfte.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Pfeifen bzw. spielen Sie noch ab und zu?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Wenn es geht sehe ich jedes Wochenende ein bis zwei Spiele, pfeife auch noch Promi-Spiele und trainiere noch wie zu Bundesliga-Zeiten. Am 2.9. findet zum Beispiel ein Promi-Spiel unter anderem mit Sepp Maier und Gerd Müller in der Nähe von München statt, das von Franz Beckenbauer organisiert wurde. Der vorolympische Astralkörper ist immer noch vorhanden.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wann steigt der 1. FC Köln wieder auf?</em></p>
<p><strong>Eschweiler: </strong>Wir alle hoffen und wünschen nach Abschluss dieser Serie, denn der FC ist eine Bereicherung der Bundesliga und hat nicht nur von der Tradition her Symbolcharakter. Schön wäre auch, wenn der FC in angemessener Zeit wieder international tätig würde – das haben der FC, sein Umfeld und seine treuen Fans verdient. Und ich bin sicher, dass das kommt. Der Trainer Latour scheint mir ein vernünftiger Mann mit Augenmaß zu sein. Es ist ja schon ein Zeichen, dass man ihn trotz des Abstiegs behalten hat, was ich auch richtig finde; er ist ein lebenserfahrener Mann, findet den richtigen Ton zu den Spielern und die müssen jetzt was zeigen indem sie Spiele gewinnen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Haben Sie vielen Dank!</em></p>
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		</item>
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		<title>Schalke und das Leben nach dem Fußball</title>
		<link>http://www.pokalschrank.de/archives/40</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Jun 2006 12:45:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Yves Eigenrauch
Pokalschrank: Warum hat es für Schalke 04 in diesem Jahr nicht zum Gewinn des Uefa-Cups gereicht?
Eigenrauch: Es hing sicherlich damit zusammen, dass es auch in diesem Jahr nicht verstanden wurde, eine konstante Leistung im gesamten Saisonverlauf abzuliefern. Bei dem Spiel in Sevilla hat man zwar gesehen, dass zeitweilig gefällig zusammen gespielt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Yves Eigenrauch</h3>
<p><em><strong><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/eigenrauch2.jpg"><img class="size-medium wp-image-19 alignleft" title="eigenrauch2" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/eigenrauch2.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Pokalschrank:</strong> Warum hat es für Schalke 04 in diesem Jahr nicht zum Gewinn des Uefa-Cups gereicht?</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> Es hing sicherlich damit zusammen, dass es auch in diesem Jahr nicht verstanden wurde, eine konstante Leistung im gesamten Saisonverlauf abzuliefern. Bei dem Spiel in Sevilla hat man zwar gesehen, dass zeitweilig gefällig zusammen gespielt worden ist, aber im Spiel nach vorne dann auch immer sehr selten zielstrebig was Vernünftiges umgesetzt werden konnte.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>&#8230;mangelnde Einstellung auf Seiten der Spieler?</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> Einstellung hängt ja auch immer damit zusammen, ob sich die Mannschaft innerhalb der Strukturen selbst regulieren kann. Da sind sicherlich die Einflussmöglichkeiten des Trainers überschaubar. Denn das wichtigste, auch in der heutigen Zeit ist, dass du einige Führungsspieler hast, die auch mal Tacheles reden und anerkannt sind. Und das scheint ja nicht so der Fall zu sein, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Bestes Beispiel ist Lincoln: Der ist ein hervorragender Fußballer, kann aber bedauerlicherweise in den entscheidenden Momenten die Impulse nicht geben, sondern spielt eher gut, wenn es sowieso gut läuft. Und das ist das, was internationale Mannschaften ausmacht, dass die Spieler dabei haben, die auch wenn ein Spiel mal scheiße läuft, dieses durch ihr Engagement, ihr Auftreten und ihren Ehrgeiz noch umbiegen.</p>
<p><span id="more-40"></span></p>
<blockquote><p><strong>„In dieser Hinsicht stellt Schalke 04 immer noch eine Referenz dar im deutschen Fußball“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Schalke 04 – war der Verein in der Lage, seinen Fans in den letzten Jahren den nötigen Spagat zwischen Tradition und wirtschaftlicher Entwicklung zu vermitteln?</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> Ja, vor allem beim Bau der Arena haben sie Fingerspitzengefühl bewiesen. Die VIP-Räume sind zwar exklusiv, aber im Gegensatz zu einigen ausländischen Beispielen nicht pompös. Das geht damit weiter, dass man die Fans ins Vereinsgeschehen einbindet. Nicht umsonst ist es so, dass Schalke als erster Verein diesen Verband hatte, in dem die Fanclubs zentral koordiniert agieren, Einflussmöglichkeiten haben, insofern als das beispielsweise bei einer neuen Preisgestaltung die Fans angehört werden. In dieser Hinsicht stellt Schalke 04 immer noch eine Referenz dar im deutschen Fußball.</p>
<blockquote><p><strong>„Das bisschen Schauspiel kann man relativ schnell erlernen, wenn man nicht gerade vollkommen auf den Kopf gefallen ist“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Haben Sie das Gefühl, dass Mirko Slomka in der kurzen Zeit schon vermitteln konnte, dass er zu Schalke passt?</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> Da könnten wir auch 20 andere Trainer hinstellen, die würden auch das Gefühl vermitteln, dass sie zu Schalke passen. Da könnten Sie mich auch hinstellen, wenn ich Erfolg hätte, würde ich passen. Es geht halt um den Erfolg, und das bisschen Schauspiel was man vielleicht noch erlernen muss, dass man sich dann auch auf die Medien einstellt, dass man sich darauf einstellt, wie man mit den Fans umzugehen hat, wie man sich innerhalb des Vereins orientiert – das kann man, glaube ich, relativ schnell erlernen, wenn man nicht gerade vollkommen auf den Kopf gefallen ist.</p>
<blockquote><p><strong>„Das ist eine Geschichte, die einmalig geschrieben werden konnte&#8230;“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Yves Eigenrauch als Bestandteil der „Eurofighter“ – UEFA Cup-Finale 1997 – Das Jahr und vor allem der abschließende Höhepunkt aus Ihrer Sicht.</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> Es war eine sehr spannende Saison, wir hatten uns nach 19 Jahren mit Schalke 04 erstmalig wieder für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert. Die Besetzung der Mannschaft war zwar nicht so überragend, insofern waren wir eigentlich froh, dass wir die ersten zwei Runden gut überstanden haben und die Spiele waren auch teilweise recht mitreißend. Das war alles schon sehr spannend, für die Meisten ja auch Neuland. Insofern hat es einfach Spaß gemacht, du hast von Runde zu Runde neue Eindrücke bekommen, wenn du in die große weite europäische Welt gereist bist. Und dann konnten wir auch noch idealtypisch das Endspiel in Mailand machen – das ist natürlich kaum zu überbieten. Das ist eine Geschichte, die einmalig geschrieben werden konnte und in der Form nicht wiederholbar ist.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Ihr Gegenspieler im Finale?</em></p>
<p><strong>Eigenrauch: </strong>Youri Djorkaeff – das ist eine witzige Begebenheit, weil einige Leute das durcheinander schmeißen. Sie verwechseln das mit diesem ominösen Ronaldo-Spiel. Das war auch gegen Mailand, aber im darauf folgenden Jahr im Viertelfinale. Dort sind wir leider ausgeschieden.</p>
<blockquote><p><strong>„Die Leute haben sich damals fahrlässig einer Emotion hingegeben“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Das legendäre Saison-Finale 2001 – Ihr wahrscheinlich schlimmstes Erlebnis bei Schalke 04&#8230;</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> Das war nicht mein schwärzestes Kapitel in der ganzen Zeit, aus zweierlei Gründen: Auf der einen Seite, weil ich zu dem Zeitpunkt eigentlich de facto im sportlichen Bereich keine Relevanz mehr hatte. Da muss ich Olaf Thon in seiner Einschätzung recht geben – wenn du halt nicht weiter dabei bist und spielst, haben die Ereignisse in der Regel nicht so eine große Bedeutung. Und auf der anderen Seite, ich komme ja aus Ostwestfalen, aus Minden, da schenke ich Situationen erst Glauben, wenn sie hundertprozentig eintreffen. Die Leute haben sich damals, glaube ich, fahrlässig einer Emotion hingegeben – unabhängig davon, dass ein Medienvertreter frühzeitig davon gesprochen hat, dass das Spiel in Hamburg aus sei.</p>
<blockquote><p><strong>„Fußball sollte nicht mehr als ein Spiel sein“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Stichwort Nachwuchsarbeit bei Schalke 04&#8230;</em></p>
<p><strong><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/eigenrauch1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-19" title="eigenrauch2" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/eigenrauch1.jpg" alt="" /></a>Eigenrauch:</strong> Dazu kann ich eigentlich nicht viel sagen, da ich dies nicht so aufmerksam verfolge. Ich weiß, dass die A-Jugend der Schalker sehr erfolgreich ist und dass auch dort schon sehr professionell gearbeitet wird, was aber sicherlich auch in anderen Vereinen der Fall ist. Jedoch habe ich auf der anderen Seite den Eindruck, dass diese Jugendlichen die wesentlichste Zeit ihrer Jugend verpassen, denn der Aufwand ist unproportional groß, den man da investieren muss. So dass es da auch manchmal zu einer Art Verkümmerung kommen kann, was das Umfeld anbelangt. Und es wird in relativ jungen Jahren schon assoziiert, dass Fußball eine viel zu wichtige Rolle spielt. Ich weiß nicht, ob es innerhalb der Strukturen dann Möglichkeiten gibt, den jungen Spielern vor Augen zu halten, dass es nur ein Spiel ist. Das ist für mich das Wichtigste: Man sollte mit Ehrgeiz dabei sein, das Spiel jedoch nicht überbewerten, weil es eigentlich nicht mehr als ein Spiel sein sollte.</p>
<blockquote><p><strong>„Die Zuschauer verurteilten den Kommerz, strömten danach trotzdem in Scharen in die neue Arena“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Fußball ist Geld – noch eine Schwalbe, noch ein „herausgelogener“ Elfmeter – alles im Sinne des Erfolges. Ihre Einschätzung&#8230;</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> Die grundsätzliche Ausrichtung erfolgreich spielen zu wollen, gab es schon vor zehn Jahren, vor 20 Jahren und auch schon vor 30 Jahren. Zwar nicht in der Dimension wie heute, aber auch hier kann Fußball stellvertretend für die grundsätzliche gesellschaftliche Entwicklung gesehen werden: Jeder ist sich selbst der Nächste. Die entscheidende Frage ist, wie so etwas zustande kommen konnte. Es konnte zustande kommen, weil es eine Spirale ist: Der Spieler fordert mehr Gehalt, dann bekommt er es irgendwann auch mal – ein Verein muss mehr investieren, also müssen auch mehr Sponsoren herbeigezogen werden. Neue Arenen werden gebaut, weil man den Anspruch des Kunden befriedigen möchte oder weil man mehr Geld herausholen möchte. Ich persönlich mag diese Entwicklung nicht – Einzelne vermögen da jedoch sehr wenig auszurichten. Da geht es mehr darum, dass ein gemeinschaftlicher Zusammenhalt wünschenswert wäre. Angefangen bei den Spielern, die auch von sich aus sagen könnten, dass sie keine vier Millionen pro Jahr brauchen, sondern auch gut mit einer Million oder fünfhundert Tausend leben könnten. Genauso könnte man es auch bei den Zuschauern sehen, die ja gerade auch bei Schalke laut geschrieen haben, als es hieß, dass das Parkstadion verlassen wird. Sie wollten nicht in die neue Arena gehen. Sie verurteilten den Kommerz, strömten danach trotzdem in Scharen in die neue Arena.</p>
<blockquote><p><strong>„Wenn ich ein korrekter Spieler bin, kann ich auf solche pseudo-professionellen Mittel verzichten&#8230;“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Die Schuld an dieser Entwicklung tragen die Spieler selbst sagen die einen – die anderen schieben den Medien den schwarzen Peter zu&#8230;</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> Die Verantwortung liegt ganz klar beim Spieler, auch wenn die Medien Einfluss haben – in welcher Form auch immer. Das ist für mich nicht ausschlaggebend, um mein Verhalten zu ändern. Wenn ich ein korrekter Spieler bin, kann ich auf solche pseudo-professionellen Mittel verzichten, dann versuch ich meine Leistung zu bringen und einen normalen Fußball an den Tag zu legen. Ich finde es erschreckend, dass sich einige Spieler so verhalten. Auch solche Geschichten wie „da bin ich emotional geworden, da habe ich mich hinreißen lassen, da wurde ich provoziert“ – das kann einfach nicht sein, bei allem Druck, der sicherlich existent ist.</p>
<blockquote><p><strong>„Die Leute haben keine Lust mehr, inhaltlich zu arbeiten“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Sportjournalismus – oberflächliche und unkritische Berichterstattung?</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> Das hat sich in den vergangenen Jahren auch wesentlich verändert. Es wird sehr viel mit irgendwelchen „Stories“ gearbeitet, die mit dem Sport an sich nur noch wenig zu tun haben. Dass halt diese Trainerfragen immer sofort gestellt werden, als vermeintlich wichtiges Element – das ist eigentlich langweilig. Insofern wünsche ich mir schon, dass mehr Leute geneigt wären, fachliche Berichte zu lesen. Aber da muss man einfach feststellen, dass die meisten Leute, die sich für Fußball interessieren, an Aufmachern mit relativ wenig Text interessiert sind. Nicht umsonst hat die Bild-Zeitung nach wie vor diese hohe Auflage. Die Leute haben halt keine Lust mehr, inhaltlich zu arbeiten und auch kein Interesse mehr, hintergründige Berichte zu lesen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Wie ging es nach der aktiven Karriere für Sie weiter?</em></p>
<p><strong>Eigenrauch:</strong> 2002 war offiziell meine letzte Saison bei Schalke, wobei ich faktisch seit 1999/2000 sportlich keine Relevanz mehr hatte. Ich habe dann auch relativ zeitig, 2001, angefangen für die Arena zu arbeiten. Ich habe so eine Art Mini-Praktikum bei der Stadionbetriebsgesellschaft gemacht und hatte dann die Möglichkeit diesen Bereich auch drei Jahre lang zu leiten, was eine nette Geschichte war: Großveranstaltungen im Sport, wie „Biathlon auf Schalke“, Konzerte mit Robbie Williams und Bon Jovi.</p>
<blockquote><p><strong>„&#8230;Ich hatte mit Geschäftsleuten zu tun, deren Gesinnung mir fremd war“</strong></p></blockquote>
<p>Irgendwann hatte ich im Umfeld meiner Tätigkeit mit Geschäftsleuten zu tun, deren Gesinnung mir fremd war und dann muss man sich entscheiden, ob man etwas weitermacht, obwohl man nicht zu Hundertprozent dahinter steht, oder ob man etwas Neues anfängt. Das war damals mit 33 oder 34 Jahren so, dass ich mir gesagt habe: „Wenn du etwas anderes machen möchtest, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.“ Ich habe dann erstmal darüber nachgedacht, in welche Richtung es gehen könnte und arbeite jetzt hier am Consol-Theater als freier Mitarbeiter beziehungsweise im Moment in beratender Funktion. Und das ist auch das, was ich langfristig machen möchte: In kultureller Hinsicht beratend tätig zu sein, weil ich denke, dass es für viele Häuser zunehmend schwierig wird, sich nach Außen darzustellen und weil es viele Einrichtungen nicht verstehen, sich selbst zu regulieren und wahrzunehmen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Vielen Dank für das Gespräch!</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Zur Person:<br />
Yves Eigenrauch spielte von 1990 bis 2002 für den FC Schalke 04, wurde 1997 UEFA-Cup-Sieger und konnte mit den Königsblauen in den Jahren 2001 und 2002 den DFB-Pokal gewinnen. Nach seiner aktiven Laufbahn widmete er sich der Kultur und arbeitet jetzt am Gelsenkirchener Consol-Theater.</em></p>
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		<item>
		<title>„Ich spiele Fußball aus Leidenschaft.“</title>
		<link>http://www.pokalschrank.de/archives/39</link>
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		<pubDate>Sun, 21 May 2006 10:10:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Bernard Dietz

Mittags, halb eins, Duisburg-Meiderich. Das Trainingsgelände der Zebras liegt verwaist im Nieselregen; ein Ort der Gegensätze: Noch vor wenigen Tagen war der MSV erstklassig, die neue Saison findet eine Liga tiefer statt; in Kürze wird hier der WM-Mitfavorit Italien seine Zelte aufschlagen. Und darauf hoffen, dem italienischen Fußball seine Würde zurückgeben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Bernard Dietz</h3>
<p><em><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/dietz1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-34" title="dietz1" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/dietz1-285x300.jpg" alt="" width="285" height="300" /></a></em></p>
<p><em>Mittags, halb eins, Duisburg-Meiderich. Das Trainingsgelände der Zebras liegt verwaist im Nieselregen; ein Ort der Gegensätze: Noch vor wenigen Tagen war der MSV erstklassig, die neue Saison findet eine Liga tiefer statt; in Kürze wird hier der WM-Mitfavorit Italien seine Zelte aufschlagen. Und darauf hoffen, dem italienischen Fußball seine Würde zurückgeben zu können.</em></p>
<p><em>Im Vereinsheim langweilen sich einige Figuren an der Theke und diskutieren über Sinn und Unsinn der roten Karte für „Lehmann“ im Champions-League-Finale; aus dem Radio ist  Roland Kaiser zu vernehmen.</em></p>
<p><em>Bernard Dietz, bisher Amateurtrainer des Vereins und Kapitän der Europameisterelf von 1980, beendet sein Jägerschnitzel; seine Zeit beim MSV scheint abgelaufen zu sein. Der neue Trainer des Zweitliga-Absteigers LR Ahlen orientiert sich um.</em></p>
<p><span id="more-39"></span>„Das große Geld ist nicht mehr da; der Hauptsponsor ist abgesprungen und der Verein hat jetzt die Chance, einen Neuaufbau zu starten. Der Vereinsname soll auch geändert werden, vielleicht läuft es auf Rot-Weiss Ahlen hinaus.“ Dietz, 1948 in Bockum-Hövel geboren, will eine junge, dynamische Mannschaft um sich scharen und das erste Jahr in der Regionalliga gut überstehen. Auf lange Sicht will er jungen Spielern zu einer erfolgreichen Fußballer-Karriere verhelfen, so wie unter anderem schon Sebastian Schindzielorz, Stefan Wächter oder Slavo Freier, die er als Teenager schon triezte.</p>
<p> </p>
<p>„Der Slavo, da kann ich mich noch gut dran erinnern, konnte früher noch nicht mal richtig geradeaus schießen. Den hab ich während des Trainings vor das Tor gestellt und ihm gesagt, er soll nichts anderes machen, als den Ball Vollspann ins leere Netz zu hauen. Als das Training nach anderthalb Stunden vorbei war, dachte ich: Scheiße, der Junge steht da ja immer noch, dem platzen gleich die Oberschenkel. Zwei Wochen später schießt der bei einem Punktspiel aus 20 Metern direkt in den Giebel&#8230;.</p>
<p>Eine schöne Anekdote gibt es auch von Sebastian Schindzielorz. Wir mussten im Pokal mit der Jugendauswahl ins Elfmeterschiessen und ich als Trainer habe mir die Schützen notiert. Als ich den Sesi sehe, fällt der vor mir auf die Erde, zieht an meinem Hosenbein und fleht mich an: „Trainer, ich kann auf keinen Fall schießen, ich schieß bestimmt daneben, das ist nichts für mich, bitte lass mich einfach hier sitzen.“ Ich ließ ihn natürlich trotzdem antreten, er verwandelte und wir gewannen 5:4.</p>
<p>Einige Jahre später, ich saß zu Hause vor dem Fernseher und guckte mir das Pokalspiel FC Kaiserslautern gegen VfL Bochum an. Nach Verlängerung ging es ins Elfmeterschießen und Sesi macht den entscheidenden Elfer rein. Nachts um drei geht dann mein Telefon; ich dachte schon, da wäre was mit der Mutter und hebe ab– „Dietz?“ „Schindzielorz, Trainer, hab ich das so richtig gemacht?“</p>
<p>Zwischenzeitlich coachte Dietz auch die Profis des VfL Bochum. Nach dem Abgang von Rolf Schafstall wollte der Verein um seinen Präsidenten Werner Altegoer Dietz darüber hinaus langfristig an sich binden; Dietz winkte ab: „Ich saß bei Altegoer im Büro und sagte ihm, er könne mir eine Million auf den Schreibtisch legen – ich würde sie liegen lassen. Die Vereinsstrukturen waren mir zu festgefahren, alles tanzte nach Altegoers Pfeife, der zu jedem Spiel drei Mal in der Kabine auftauchte; vor dem Spiel, in der Halbzeit und nach dem Spiel. Jugendarbeit lag mir dagegen sehr am Herzen, da konnte man etwas bewegen und aufbauen – vor allem zu damaliger Zeit. Heute hast Du als talentierter Spieler einen eigenen Berater, Medientraining und so weiter, da frag ich mich immer nur: Wie willst Du Verantwortung auf dem Platz lernen, wenn Du unter der Woche alles hinten rein geschoben bekommst? Aber das ist alles eine Frage des Geldes, jeder springt dafür. Ich dagegen spiele Fußball aus Leidenschaft. Für mich zählt der Mensch, nicht das Geld.“</p>
<p><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/dietz2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-35" title="dietz2" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/dietz2-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p>Erstmalig als Kapitän der Nationalmannschaft spielte Dietz im Dezember 1978 gegen Holland. Im Vorfeld legte sich Jupp Derwall auf Dietz als Ersatzmann für Spielführer Sepp Maier fest. „Bei der Bekanntgabe der Aufstellung stellte sich heraus, dass Burdenski für Maier im Tor stehen sollte. Da fiel mir ein, dass ich bei dem Spiel Kapitän sein würde. Das konnte ich mir gar nicht vorstellen: Du führst die deutsche Nationalmannschaft in das Stadion vor Millionen von Zuschauern! Da hab ich meine Frau zu Hause angerufen und ihr gesagt: „Pack die Mutter ein und bring die her!“ Die war damals schon über 70 und hatte noch kein einziges Spiel von mir gesehen.“ Das Länderspiel in Düsseldorf endete 3:1 für Deutschland.</p>
<p>Alte Kameraden aus der Nationalelf waren unter anderem Manfred Kaltz,<br />
Rolf Rüssmann, Berti Vogts und Uli Hoeneß, über den Bernard Dietz nur Gutes zu berichten weiß. „Der Uli konnte damals schon immer alles organisieren. Wenn Du mal ein Auto gebraucht hast oder sonst irgend was, musstest Du nur dem Uli Bescheid sagen. Der kannte wirklich Gott und die Welt. Und das merkst Du heute noch. Der Grund, warum der FC Bayern so gut läuft heißt Uli Hoeneß. Da gab es mal so eine Begebenheit, wo eine ältere Dame, die Mitglied beim FC Bayern war, Karten für ein Heimspiel haben wollte und die aus irgendwelchen Gründen nicht bekommen hat. Eines Tages rief diese Dame stocksauer in der Geschäftstelle an und sagte, sie wolle ihre Mitgliedschaft kündigen, sie käme sich auf den Arm genommen vor. Uli Hoeneß lief gerade durchs Büro und hörte nur „Mitgliedschaft“ und „Kündigung“, nahm der Mitarbeiterin den Hörer aus der Hand und sagte: „Hoeneß, [...] die Karten liegen übermorgen in ihrem Briefkasten.“ Die Frau denkt heute noch an dieses Telefonat.“</p>
<p>Seine Erinnerungen an ein bewegtes Fußballerleben sind in seinem Buch „Ennatz Dietz – Vom Straßenfußballer zur Nationalmannschaft“ nachzulesen. Kampf, Leidenschaft und sportlicher Ehrgeiz gehören danach zu den wichtigsten Eigenschaften eines erfolgreichen Fußballers: „Ich kann mit meinen 58 Jahren auf viele schöne Erinnerungen zurückblicken und habe eines gelernt: Der Sport ist immer derselbe. In der Goethestraße in Bockum-Hövel und im EM-Finale vor 48.000 Zuschauern. In der Bundesliga und in der Kreisklasse.“</p>
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		<item>
		<title>Die goldene Stimme aus Dortmund</title>
		<link>http://www.pokalschrank.de/archives/41</link>
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		<pubDate>Mon, 08 May 2006 12:40:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Norbert Dickel
In den achtziger Jahren hatten die Fußballfans an Rhein und Ruhr ihre Freude an ihm. Von 1984 bis 1990 stürmte der jetzt 44-jährige Norbert Dickel für den 1.FC Köln und Borussia Dortmund und erzielte dabei in 123 Spielen 45 Tore. Unvergessen das DFB-Pokal Finale 1989 zwischen der Dortmunder Borussia und Werder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Norbert Dickel</h3>
<p><em><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/dickel1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-23" title="dickel1" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/dickel1.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>In den achtziger Jahren hatten die Fußballfans an Rhein und Ruhr ihre Freude an ihm. Von 1984 bis 1990 stürmte der jetzt 44-jährige Norbert Dickel für den 1.FC Köln und Borussia Dortmund und erzielte dabei in 123 Spielen 45 Tore. Unvergessen das DFB-Pokal Finale 1989 zwischen der Dortmunder Borussia und Werder Bremen, in dem der angeschlagene Sturmtank zweimal traf und sich damit endgültig in die Herzen der Schwarz-Gelben spielte. Seit nunmehr 15 Jahren ist Dickel Stadionsprecher von Borussia Dortmund und heizt den gigantischen Fanmassen vor jedem Heimspiel mächtig ein. Ganz nebenbei fungiert er als Leiter der Abteilung „Stadion Eventmanagement“ und ist mitverantwortlich für Sponsorensuche und -pflege. Pokalschrank traf den charismatischen Sauerländer nach der WM in Dortmund und sprach mit ihm über die WM, seine aktive Karriere, den BVB und die kleinen „Ausrutscher“ seines Berufslebens.</em></p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wo haben Sie die WM erlebt?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Ich durfte als Stadionmoderator unten am Spielfeldrand in der Nord-West-Ecke stehen – die hatten wohl irgendwie vergessen, dass wir uns auch mal setzen sollten&#8230; Ansonsten war ich in Kneipen und hab die Spiele auf Großbildleinwand verfolgt und war natürlich auf dem Friedensplatz – die vier Wochen waren einfach geil.</p>
<p><span id="more-41"></span></p>
<p><em>&#8230;Wie gefällt Ihnen denn die „sitzende“ Südtribüne&#8230;?</em></p>
<p>Da fragen Sie natürlich den Richtigen. Ich bin der Meinung, dass auch zu internationalen Fußballspielen Stehplätze gehören, da ist die Stimmung immer noch am Besten.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Stadionsprecher bei der WM vs. Einheizer in der Bundesliga – große Umstellung?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Das war insofern sehr unproblematisch, als dass wir sehr viele Texte vorgegeben bekommen haben bei den WM-Spielen. Das war in vielen Situationen einfach schade. Man konnte relativ wenig tun, um die Stimmung im Stadion zu steigern. Ich denke Fußball lebt von Emotionen – der Einzige, der zum Schluss noch ein bisschen Einfluss darauf hat, ist der Stadionsprecher. Und wenn man dem dann noch sagt: „nicht so viel machen“, dann ist das sehr schade.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Ist die WM-Begeisterung im Bundesliga-Alltag angekommen?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Davon ist schon noch einiges zu spüren, aber jetzt sind andere Leute im Stadion. Bei der WM waren viele Familien da, viele Kinder, die haben sich alle von der tollen Atmosphäre mitreißen lassen. Und jetzt in der Bundesliga gibt es halt viele Stammbesucher. Wir werden jedoch alles dafür tun, die Euphorie der WM zu konservieren, aber ich denke das braucht Zeit.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Hauptberuflich im Stadioneventmanagement tätig, tägliche Arbeit mit Sponsoren, der Stadionsprecher. Welche Aufgabe ist ihr liebstes Kind?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Da kommt einfach viel zusammen. Ich arbeite mit Sport Five zusammen, versuche neue Sponsoren zu akquirieren, Internetradio, Stadionfernsehen. Ich habe da einen sehr komplexen Bereich zu beackern, zu komplex manchmal, aber ich mache alles gern.</p>
<blockquote><p><strong>„Was macht jeder Fußballer irgendwann mal? Er macht ein Küchenstudio auf“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wie kam es zu Ihrer einjährigen Arbeit als Vertreter für Antriebstrommeln für Fördergurttechnik?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Das war ja nicht das Einzige&#8230; was macht jeder Fußballer irgendwann mal? Er macht ein Küchenstudio auf, das habe ich auch getan! Das war aber alles nicht so der wirkliche Kracher, deswegen habe ich das relativ schnell fallen lassen. Es ist ja auch nicht ganz einfach, wenn man aufhört Fußball zu spielen. Im Prinzip waren das alles Vorbereitungen auf meinen Job bei Borussia. Tja, und dann lief das Küchenstudio zu gut, wir haben uns überworfen und dann hat Dr. Gerd Niebaum davon Wind bekommen und hat gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte zum Verein zurückzukehren. Und das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen&#8230;</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Schwenk auf die aktive Karriere: Vor Borussia Dortmund stürmten Sie zwei Jahre für den  1. FC Köln. Existiert noch ein Bezug zur Geißbock-Stadt?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Ich denke man hat immer einen emotionalen Bezug zu der Stadt, in der man mal gearbeitet hat, so ist es auch bei Köln. Da wurde halt viel gefeiert… Die zwei Jahre in Köln waren toll, die haben Spaß gemacht.</p>
<p><em>&#8230;Wie kamen Sie dann zur Borussia?</em></p>
<p>&#8230;Tja, der Vertrag sollte eigentlich verlängert werden. Aber der FC hatte etwas gegen den Mann, der den Vertrag für mich verlängern sollte, der gefiel dem damaligen Manager Michael Meier nicht&#8230;</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Köln-Dortmund, zwei Städte mit Traditionsvereinen, wo liegen die größten Unterschiede?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Wenn du in Köln zwei oder dreimal gewinnst sprechen alle von der Champions-League und wenn du dann ein paar Mal verlierst reden alle vom Abstieg, das ist sehr extrem. Ich denke der emotionalere Fußball wird einfach im Ruhrgebiet gespielt. Das ist mehr als Fußball, der Verein bedeutet mehr für die Stadt und die Region. Hier ist Fußball einfach ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.</p>
<p><em><strong><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/dickel2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-21" title="dickel2" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/dickel2.jpg" alt="" width="300" height="150" /></a>Pokalschrank: </strong>Dortmund-Schalke, nur noch künstlich erhaltene Feindschaft, oder angeborene Rivalität?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Ich hab ja nichts gegen die Schalker. Aber wenn wir das auch noch aufgeben und da lieb Kind machen, ist das doch Scheiße. 14 Tage vorher macht die BILD einen Aufmacher „Assi hat gesagt&#8230;“ und dann ist wieder Theater. So muss das aber doch auch sein. Das nimmt aber keiner mehr so richtig ernst. Wir sollten versuchen diese Rivalität immer Aufrecht zu erhalten, auch wenn sie vielleicht ein wenig künstlich ist&#8230;</p>
<p>„&#8230;diese zwei Tore haben mein ganzes Leben beeinflusst&#8230;“</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>DFB-Pokalfinale 1989, emotionaler Höhepunkt Ihrer Karriere?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Man muss sich vorstellen, dass diese zwei Tore mein ganzes Leben beeinflusst haben, denn ohne diese zwei Treffer in Berlin säßen wir heute nicht hier! Diese Geschichten schreibt nur der Fußball. Wenn das Spiel nicht gewesen wäre, hätte sich mein Leben ganz anders entwickelt.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Ihr schönstes Interview am Spielfeldrand?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Ach, die witzigsten Interviews finden immer in der Stammkneipe nach dem Spiel statt – natürlich nach einem Sieg. Ansonsten versuche ich natürlich, als Vertreter des Vereins, unseren Jungs nicht irgendetwas aus der Nase zu ziehen, was noch keiner weiß.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wie lange ist Norbert Dickel noch Stadionsprecher bei Borussia Dortmund?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>So lange die Fans mich wollen, werde ich das machen&#8230;</p>
<p><em>&#8230;dann werden Sie es wohl noch 30 Jahre machen müssen&#8230;</em></p>
<p>&#8230;dann werde ich es halt noch 30 Jahre machen&#8230; Mal sehen, mir macht es großen Spaß und ich glaube auch, dass ich akzeptiert bin. Ich bin das Bindeglied zwischen Verein und Fans und ich versuche da immer den Mittelweg zu finden, um alle Fans im Stadion zu begeistern.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Michael Meier – Gerd Niebaum, Ihr persönliches Verhältnis?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Im Grunde gibt es gar keine Berührungspunkte mehr, die sind nicht im operativen Geschäft, da läuft man sich nur noch ganz selten über den Weg. Ich muss sagen, dass ich mich mit unserer neuen Geschäftsleitung bestens verstehe, ich habe zu beiden ein sehr gutes Verhältnis.</p>
<blockquote><p><strong>„Geld schießt sehr wohl Tore“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Der BVB und die Finanzen&#8230; der Verkauf des Stadions etc. Wie reagieren die Fans?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Also, wir standen hier und haben jede Menge Schulden gehabt. Jetzt überlegst du dir, wie komm ich aus diesem Loch wieder raus. Und dass da der Verein jede nur erdenkliche Möglichkeit ausnutzt, um an Geld zu kommen, ist legitim und auch richtig. Der Verkauf des Stadionnamens ist nichts Außergewöhnliches mehr, das haben vor uns schon Einige gemacht. Und dabei kann man halt sehr viel Geld generieren, von daher war das zwingend notwendig. Dass es Widerstand von den Fans gibt, verstehe ich. Und dass viele sagen „für mich bleibt das immer das Westfalenstadion“, verstehe ich auch. Aber wenn du guten Fußball sehen willst, brauchst du einfach Geld. Der Spruch „Geld schießt keine Tore“ stimmt nicht! Geld schießt sehr wohl Tore. Und dann musst du auch mal auf unpopuläre Mittel zurückgreifen und den Stadionnamen verkaufen. Das hat sich aber auch alles schon wieder beruhigt. Das einzig Schlimme war, dass die Farben von Signal Iduna blau waren!</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wo landet der BVB in dieser Saison?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Wir haben unser System umgestellt. Vorher haben wir oft den langen Koller mit weiten Bällen gesucht, jetzt müssen wir mehr spielen. Ich sehe ganz optimistisch in die Zukunft und glaube, dass wir Platz 5 erreichen. Wir haben mit Valdez jetzt jemanden, der morgens aufsteht und Tore schießen will und solche Leute brauchen wir.</p>
<blockquote><p><strong>„Irgendwann wurde ich wach und dachte: Die auf keinen Fall!“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Wann sind Sie zum BVB-Anhänger geworden?</em></p>
<p><strong>Dickel: </strong>Ach, das war eigentlich schon vor meiner aktiven Zeit. Ich bin im Sauerland groß geworden und da gab es nur Dortmund und Schalke&#8230; und Schalke war wirklich nicht mein Verein. Irgendwann wurde ich wach und dachte „Die auf keinen Fall!“ Da war ich glaub ich zwei Wochen alt&#8230;</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>Vielen Dank für das Gespräch!</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Im Auftrag der Fans</title>
		<link>http://www.pokalschrank.de/archives/38</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2005 09:46:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Holger Ballwanz
Pokalschrank: Welche Aufgaben nehmen Sie als Fanbeauftragter für den VfL Wolfsburg war?
Ballwanz: Wie der Name schon sagt, ist die Hauptaufgabe die Fanbetreuung vor Ort, sprich erster Ansprechpartner für Fanbelange zu sein. Außerdem vertrete ich die Fans gegenüber dem Verein und koordiniere Fanaktionen zu einzelnen Spielen, mache die Organisation der Fanfahrten sowie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Holger Ballwanz</h3>
<p><em><strong><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/ballwanz.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-27" title="ballwanz" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/ballwanz.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Pokalschrank:</strong> Welche Aufgaben nehmen Sie als Fanbeauftragter für den VfL Wolfsburg war?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Wie der Name schon sagt, ist die Hauptaufgabe die Fanbetreuung vor Ort, sprich erster Ansprechpartner für Fanbelange zu sein. Außerdem vertrete ich die Fans gegenüber dem Verein und koordiniere Fanaktionen zu einzelnen Spielen, mache die Organisation der Fanfahrten sowie Treffen mit Spielern und Rundumbetreuung unserer Fanclubs.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Und nebenbei haben Sie auch noch ein Traineramt&#8230;?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Richtig, ich bin Co-Trainer unserer U19-Bundesligamannschaft. Das lässt sich manchmal alles ein bisschen schwer vereinbaren und deswegen habe ich hier noch einen nebenberuflichen Kollegen, der mich die Woche über ein bisschen unterstützt in Vorbereitung von Heim- und Auswärtsspielen.</p>
<p><span id="more-38"></span></p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Sehen Sie sich in Ihrem Amt auf der Seite der Fans, des Vereins oder ist ein  Fanbeauftragter eher Mittler zwischen beiden Parteien?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Das ist das größte Problem eines Fanbeauftragten, der hauptamtlich vom Verein angestellt ist, der sich einerseits um die Belange der Fans kümmern soll und muss, andererseits muss man natürlich die Vereinsinteressen miteinbeziehen. Man ist da in einer „Zwitterposition“, als Vermittler und jemand, der an den Verein etwas heranträgt, was man mit sich vielleicht selber nicht vereinbaren kann, aber in dieser Situation für die Fans arbeitet. Aber ich denke, ich kann in der Kommunikation zwischen Fans und Verein viel Druck herausnehmen, weil ich gute Kontakte habe und auch nutze.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Wenn man den jungen VfL, der gerade mal 60 Jahre alt ist mit den Traditionsclubs z.B. aus dem Ruhrgebiet vergleicht – welche Unterschiede ergeben sich für die Arbeit mit den Fans?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Natürlich – wir werden häufig belächelt auch für die Zahl der Fans, die wir im Stadion haben oder uns zu Auswärtsspielen begleiten, aber das ist für mich eigentlich nebensächlich. Jeder Verein versucht natürlich, seine Tradition aufzubauen und viele haben diese schon seit Jahrzehnten. Wir sind im Begriff, etwas aufzubauen; ich mache den Job schon über vier Jahre hier und ich werde mich auch nicht von irgend einer Linie abbringen lassen, nicht von Kollegen, anderen Vereinen und anderen Fans. Wir werden sicherlich noch mindestens ein oder zwei Jahrzehnte brauchen, bis wir vielleicht annähernd an Traditionsvereine herankommen. Aber trotzdem bin ich sehr optimistisch und irgendwann wird das Stadion hier in Wolfsburg zu jedem Spiel voll sein, da bin ich mir ganz sicher.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Nehmen andere Vereine Ihnen den Fan-Nachwuchs weg; tendieren Wolfsburger Jugendliche eher dahin, Bayern-, Dortmund- oder Schalkefans zu werden?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Klar, Kinder und Jugendliche suchen sich Ihre Lieblingsvereine nach sportlichen Erfolgen aus. Was wir dagegen tun müssen, sind diverse Aktionen für die Kinder wie der Wölfi-Club, um die Kinder an den VfL Wolfsburg heranzuführen. Entscheidend ist: Wann gehe ich das erste mal in ein Bundesliga-Stadion, wann erlebe ich das erste mal Bundesliga-Fußball hautnah? Ich glaube nicht, dass wir hier in Wolfsburg das Problem haben, dass keine Kinder und Jugendliche zu uns ins Stadion kommen, weil sie Schalke- oder Bayernfans sind; das Problem liegt meiner Ansicht nach 50 km und weiter weit weg: Wir sind schon gefragt, über die Grenzen Wolfsburgs hinaus etwas zu tun und Jugendliche zu erreichen, die weiter weg wohnen. Alt Eingesessene von 25 bis 30 Jahren werden Sie dagegen nicht mehr an den Verein bringen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Können Sie diese Tätigkeiten zur Erreichung neuer Fans etwas konkretisieren?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Wie schon gesagt: Da gibt es einerseits den Wölfi-Club für Kinder von acht bis fünfzehn Jahren, bei dem durch verschiedene Aktionen auch mit Spielern aus dem Profikader Besuche veranstaltet werden; es gibt Spielerabende, Kindergartenbesuche der Spieler und viele Variationen in dem Bereich. Dafür bin ich aber nicht der Hauptverantwortliche, sondern dafür haben wir jemanden im Verein, der solche Events plant.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Lässt sich Ihrer Erfahrung nach ein Vereinsvorstand bei der Einstellung bzw. Entlassung von Trainern von den Fans beeinflussen?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Der Hauptentscheidungsträger ist natürlich der Verein selber. Der Vorstand sieht ja, was im sportlichen Bereich los ist und hat auch den engsten Draht zu den Verantwortlichen. Aber ich denke, dass sich die Vereinsführung hin und wieder schon von eventuellen Protestaktionen der Fans beeinflussen lässt. Offiziell ist das aber die alleinige Entscheidung des Vorstands.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Trotz des nach wie vor anhaltenden Booms um Fußball, Bundesliga und die WM leiden einige Vereine zunehmend unter dem Fernbleiben der Fans: Ist das mangelndem sportlichen Erfolg, Missmanagement oder schlechter Fan-PR zuzuschreiben?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Bei uns fehlt im Moment eindeutig der sportliche Erfolg, wobei bei einigen Spielern fehlende Identifikation erschwerend hinzukommt. Die fühlen sich mit der Stadt und dem Umfeld im Allgemeinen nicht verbunden. Das wiederum schlägt sich bei dem ein oder anderen Fan nieder, der die sportliche Entwicklung hier nicht nachvollziehen und sich mit dieser „bunten“ Mannschaft nicht identifizieren kann. Aber meist ist es der sportliche Erfolg, der fehlt. Als wir letztes Jahr zehn Mal hintereinander Spitzenreiter waren, gab es hier eine große Euphorie – davon ist heute nicht mehr viel von zu erkennen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Stichwort Erfolgsfans: Gibt es viele davon in Wolfsburg?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Erfolgsfans oder Erfolgszuschauer: Wenn man in der Tabelle oben steht, kommen auch mehr Menschen ins Stadion, die eigentlich keine echten Fan dieses Vereins sind aber dazu bereit, 20 oder 25 Euro für ein Bundesligaspiel auszugeben; wenn hingegen kein sportlicher Erfolg da ist bleiben diese Zuschauer einfach weg.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Hatten bzw. haben Sie es in der Position des Fanbeauftragten leichter, weil Sie früher ein prominenter Spieler waren?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Das will ich nicht unbedingt sagen. Zu Beginn meiner Tätigkeit als Fanbeauftragter hier, habe ich schon gemerkt, dass mir da sehr viel Respekt entgegengebracht wurde und das musste ich dann Schritt für Schritt versuchen, wieder abzubauen. Jetzt, nach knapp fünf Jahren, haben sich die Leute an mich gewöhnt, ich bin ein ganz normaler Typ und jederzeit ansprechbar. Als Ex-Spieler hat man es recht leicht aber man muss den Leuten auch das Gefühl geben, dass man nicht eine Stufe über ihnen, sondern auf Augenhöhe steht.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Wie lange wollen Sie das Amt des Fanbeauftragten noch fortführen oder anders gefragt: welche Herausforderungen warten auf Sie in der Zukunft?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Ich habe mir zum Ziel gesetzt, dass ich nicht mehr mit 50 Jahren auf diesem Posten sitzen möchte und ich bin jetzt 38. Man merkt auch immer mehr, dass einige jüngere Fans mich gar nicht mehr als ehemaliger Spieler in Erinnerung haben, sondern nur als Fanbeauftragten kennen. Je älter man wird, umso schwieriger hat man den direkten Bezug zu den Fans, insofern: ich kann mir das mit 50 nicht mehr vorstellen. Mein Ziel ist es, in den Trainerbereich zu gehen, wobei die Perspektive für mich eindeutig hier beim VfL Wolfsburg zu finden ist.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Letzte Frage: Wohin führt der Weg des VfL?</em></p>
<p><strong>Ballwanz:</strong> Gute Frage. Zunächst müssen wir zusehen, dass wir in der Tabelle nicht noch weiter abrutschen und den Abstieg vermeiden können. Sollte uns das gelingen, muss in der nächsten Saison versucht werden, junge und erfolgshungrige Spieler hier hin zu holen. Sportlich gesehen muss jeder, der hier spielt, sich zum Verein bekennen und mit Herz und Seele zum VfL Wolfsburg stehen: „ich spiele für die Stadt, ich fühle mich wohl hier.“<br />
Dann denke ich auch, dass in den kommenden Jahren Platz fünf oder vier erreicht werden kann. Das wichtigste ist, dass jeder Spieler sein ganzes Potential für die Mannschaft und den Verein ausschöpft: das ist die eigentliche Basis für den Erfolg. Als wir vor sieben Jahren als sechster die Saison abschließen konnten, gab es eben diese Truppe, die zusammengehalten und alles für den Verein gegeben hat. Das geht einem ein bisschen ab, wenn man das heute hier so sieht&#8230;</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong>Vielen Dank für das Gespräch!</em></p>
<p><em>Zur Person:</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Holger Ballwanz wurde am 7. September 1967 geboren und begann seine Karriere 1989 beim HSV. Nach drei Spielzeiten wechselte der Allrounder, der sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld spielte, zum VfL Wolfsburg. Mit den „Wölfen“ konnte Ballwanz 1995 das Finale des DFB-Pokals erreichen, unterlag aber gegen die Borussia aus Mönchengladbach mit 0:3. Die letzte Saison seiner Karriere bestritt Ballwanz 2000/ 2001 bei Hannover 96. Insgesamt bestritt er 97 Erstliga- und 146 Zweitligaspiele und konnte dabei 16 Tore erzielen.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>»Gerechtigkeitssinn ist dringend erforderlich«</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2005 14:29:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Hellmut Krug
Auf der Suche nach charakterstarken Persönlichkeiten stößt man unweigerlich auf die Gilde der Schiedsrichter. Zwar hat jede Elf im deutschen Profifußball den ein oder anderen Spieler mit Format; Charakterstärke ist allerdings vor allem kennzeichnend für einen guten Schiedsrichter – erzählt uns Hellmut Krug, ehemaliger FIFA-Referee und aktuell beim DFB Abteilungsleiter für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Hellmut Krug</h3>
<p><em><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/krug.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-29" title="krug" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/krug.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Auf der Suche nach charakterstarken Persönlichkeiten stößt man unweigerlich auf die Gilde der Schiedsrichter. Zwar hat jede Elf im deutschen Profifußball den ein oder anderen Spieler mit Format; Charakterstärke ist allerdings vor allem kennzeichnend für einen guten Schiedsrichter – erzählt uns Hellmut Krug, ehemaliger FIFA-Referee und aktuell beim DFB Abteilungsleiter für Schiedsrichter.</em></p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Hatten es die Schiedsrichter früher einfacher als heute?</em></p>
<p><strong>Krug:</strong> Natürlich ist die Aufgabe der Schiedsrichter heute schwieriger geworden. Das hängt zum einen mit der im Vergleich zu früheren Jahren zunehmenden Schnelligkeit des Spiels zusammen. Und zweitens –ein ganz wichtiger Gesichtspunkt – hat der Druck durch die mediale Präsenz, aber auch durch die immensen, finanziellen Mittel in erheblichem Maße zugenommen. Bedingt durch diesen Druck haben es die Schiedsrichter sehr viel schwerer als früher.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Wie stehen Sie zum Chipball und dem Videobeweis?  Erleichtert es die Arbeit oder setzen diese Instrumente die Qualitätsanforderungen an Schiedsrichter herab?</em></p>
<p><span id="more-37"></span></p>
<p><strong>Krug:</strong> Es kann keinem Schiedsrichter daran gelegen sein, bei der Feststellung der Torerzielung möglicherweise einen Fehler zu begehen. Daher würde der Chip im Ball, vorausgesetzt die Technik würde funktionieren, die Schiedsrichter sicherlich entlasten Wir müssen aber zunächst einmal abwarten, wie weit sich die Technik entwickelt. Und in dieser Hinsicht sind wir eher skeptisch. Beim Tennis beispielsweise müssen wir seit Jahren erleben, dass das ‚magische Auge’ aufgrund von technischen Mängeln abgestellt werden muss.  Wenn die Sache mit dem Chip im Ball perfekt funktionieren  würde, wäre es ohne Zweifel eine Hilfe, auf die die Schiedsrichter gerne zurückgreifen würden.<br />
Alle anderen technischen Mittel wie der Videobeweis, der in der Öffentlichkeit immer wieder gefordert wird, sind an so viele Hindernisse und unbeantwortete Fragen geknüpft, dass er nach allem was wir wissen und diskutiert haben, nicht praktikabel ist.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Welche charakterlichen Eigenschaften muss ein erfolgreicher Schiedsrichter vorweisen?</em></p>
<p><strong>Krug:</strong> Natürlich in erster Linie Gerechtigkeitssinn. Aber er muss auch  Durchsetzungsvermögen mitbringen, Persönlichkeit haben. Persönlichkeit müssen  die meisten jungen Schiedsrichter im Laufe der Jahre aber erst entwickeln. Denn nicht jeder Schiedsrichter ist von vornherein eine Persönlichkeit. Außerdem braucht er eine Menge  Mut und muss in jeder Hinsicht konsequent sein. Kritikfähigkeit ist eine weitere wichtige Eigenschaft. Denn ein Schiedsrichter, der mit Kritik nicht umgehen kann, wird sich nie oder zumindest nur unzureichend weiterentwickeln.<br />
Und schlussendlich muss ein Schiedsrichter heutzutage auch in zunehmendem Maße Psychologe sein. Ein Schiedsrichter muss sich in die Spieler hineinversetzen können, um seine Maßnahmen situationsangemessen steuern zu können und damit einen geeigneten Zugang zu den Spielern zu finden.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Auf Deutsch: Fingerspitzengefühl&#8230;</em></p>
<p><strong>Krug:</strong> Na ja. Mit dem Begriff Fingerspitzengefühl tun wir uns mittlerweile etwas schwer, weil diese Eigenschaft immer dann vom Schiedsrichter eingefordert wird, wenn Nachsicht gewünscht ist. Aber das ist mit diesem Begriff nicht gemeint. Ein Schiedsrichter muss ein Gespür für eine Spielsituation entwickeln und aus diesem Gespür, seinen Erkenntnissen, Wahrnehmungen und seiner Erfahrung heraus richtig entscheiden. Fingerspitzengefühl ist beim Schiedsrichter immer nur dann gefragt, wenn er mit Situationen konfrontiert wird, deren Einordnung nicht eindeutig ist. Zum Beispiel, wenn nach der Schiedsrichterentscheidung ein Spieler den Ball unsportlich weggekickt. Der Schiedsrichter muss dann beurteilen, ob er diese Aktion des Spielers bereits als verwarnungswürdige Unsportlichkeit einstuft oder es vertretbar noch bei einer Ermahnung belässt. Ähnlich ist es bei einem Foul, für das nicht zwingend eine Verwarnung ausgesprochen werden muss.  Das sind Situationen, in denen der Schiedsrichter einen bestimmten Ermessensspielraum hat. Dann spielt Fingerspitzengefühl, das Gefühl für die Situation, eine Rolle. Was klare regeltechnische Sachverhalte (zum Beispiel „Notbremse“) angeht, hat der Schiedsrichter keinen Ermessensspielraum, Fingerspitzengefühl darf dann keine Rolle spielen. Da muss er nach dem Regelwerk entscheiden.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Müssen Schiedsrichter besser geschützt werden? Der Kollege Anders Frisk hat nach einem Champions League Spiel in der letzten Saison, nachdem er massiven Drohungen ausgesetzt wurde, seinen Job an den Nagel gehängt&#8230;</em></p>
<p><strong>Krug:</strong> Der Schutz auf dem Platz ist sicherlich kaum noch zu verbessern. Irgendwelche fehlgesteuerte Individuen, die meinen, Geldstücke und Feuerzeuge auf das Spielfeld werfen zu müssen, wird es immer geben.<br />
Der Schutz, der verbessert werden sollte, betrifft eher die Personen aus dem direkten Umfeld des Schiedsrichters. Um beim Beispiel Anders Frisk zu bleiben: Damals war es der Chelsea-Trainer Mourinho, der an vorderster Front Anders Frisk attackiert hat. Und Personen, die so einen Teil ihres Traineramtes verstehen, sollten sich darüber im Klaren sein, dass ihre Äußerungen „blinde“ Fans dazu veranlassen können, den Schiedsrichter massiv zu bedrohen. An dieser Stelle sollte der Schutz für die Schiedsrichter verbessert werden. Solche Personen müssen gezwungen werden, sich sehr viel moderater und vernünftiger in der Öffentlichkeit zu verhalten. Denn gerade diesen Fachleuten sollte klar sein, dass kein Schiedsrichter bewusst Fehler macht. Der fehlende Schutz hat ja schlussendlich dazu geführt, dass Anders Frisk seine erfolgreiche Karriere abrupt beendet hat. Und für diese Entscheidungen Frisks, die er angesichts der massiven gegen ihn ausgesprochenen Bedrohungen getroffen hat,  waren schlussendlich nur die Äußerungen von besagtem  Trainer Mourinho verantwortlich..</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Wie stehen Sie heute zur Bestechungsaffäre um Robert Hoyzer und was hat der DFB daraus gelernt?</em></p>
<p><strong>Krug:</strong> Die Bestechungsaffäre ist sicherlich ein sehr unrühmliches Kapitel in der Geschichte der Schiedsrichter. Es ist aber leider passiert und wir mussten die schmerzhafte Erfahrung machen, dass es Unregelmäßigkeiten nicht immer nur in anderen Ländern gibt, sondern bedauerlicherweise auch bei uns. Trotzdem sind wir davon überzeugt, dass dies ein einmaliger Fall war, der so auch nie wieder vorkommen wird. Dennoch haben wir natürlich, auch wenn wir ausschließen, dass so etwas noch einmal passiert, verschiedene Vorsorgemaßnahmen getroffen. Unter anderem haben wir ein ganz neues Betreuungsmodell für unsere viel versprechendsten Schiedsrichtertalente entwickelt. So werden die Schiedsrichter, die heute in der Juniorenbundesliga Spiele leiten und zum Teil sicher einmal in naher Zukunft in die Bundesliga aufsteigen werden, von uns nunmehr viel intensiver betreut, als dies früher der Fall war. Von diesem Modell versprechen wir uns sehr viel für die zukünftig Entwicklung der Schiedsrichter.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Was haben Sie persönlich durch Ihren Beruf als Schiedsrichter gelernt und was haben Sie aus Ihrer Karriere in Ihr Privatleben mitgenommen?</em></p>
<p><strong>Krug:</strong> Ich glaube, dass nichts einen Menschen so sehr formen kann, wie eine Schiedsrichtertätigkeit über viele Jahre. Ich habe persönlich sicherlich gelernt, wie  wichtig es ist, sich durchzusetzen, aber auch, dass man erst mit dem Schwierigkeitsgrad der Aufgaben wächst. Dass man sich mit einem fanatischen Umfeld auseinandersetzt, trotz 100.000 enthusiastischer Zuschauer selbstbewusst auftritt, sich durchsetzt gegen die Medien, gegen Spieler und schwieriges Umfeld.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Sehen Sie Ihren Berufsstand in den Medien ausreichend unterstützt oder sind die Schiedsrichter ein notwendiges Übel?</em></p>
<p><strong>Krug:</strong> Als notwendiges Übel werden wir sicher nicht mehr behandelt, weil jeder weiß, dass ein Spiel nicht ohne Schiedsrichter ausgetragen werden kann. Bedauerlich ist allerdings, dass die Schiedsrichter immer noch für Fehlleistungen von Spielern, Mannschaften oder Clubs herhalten müssen. Das ist sicherlich inakzeptabel, aber offensichtlich ungemein schwer aus der Welt zu schaffen. Wir müssen daher ständig weiter darum kämpfen, Verständnis für Schiedsrichterentscheidungen zu wecken, wir müssen weiterhin entschieden der Auffassung entgegentreten, die Schiedsrichter würden mutwillig irgendwelche Entscheidungen treffen. Es ist eine nie enden wollende Arbeit, den Schiedsrichter in der Öffentlichkeit so zu präsentieren, dass er nicht nur anerkannt wird, sondern dass auch Fehler, die unvermeidlich sind und nie vollkommen zu verhindern sein werden, auf Verständnis stoßen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong>Vielen Dank für das Gespräch!</em></p>
<p><em><br />
Zur Person:<br />
Hellmut Krug wurde am 19. Mai 1956 in Gelsenkirchen geboren und studierte Sport und Griechisch an der Ruhr-Universität Bochum. Zwischen 1986 und 2003 leitete er 240  Bundesliga-Begegnungen. 1991 wurde er zum FIFA-Schiedsrichter berufen und pfiff in den darauf folgenden zehn Jahren 29 Länderspiele. Krug nahm an der Weltmeisterschaft 1994 in den USA und der Europameisterschaft 1996 in England teil und leitete außerdem 50 Europapokalspiele.<br />
Höhepunkte seiner Karriere waren das DFB-Pokal-Finale zwischen Kaiserslautern und dem Karlsruher SC (1:0) sowie das Champions League Finale 1998 zwischen Real Madrid und Juventus Turin (1:0). Hellmut Krug wurde in den Jahren 1994, 1999 und 2002 zum Schiedsrichter des Jahres gekürt.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Tief im Westen</title>
		<link>http://www.pokalschrank.de/archives/36</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2005 14:24:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Thorsten Legat
Pokalschrank: Ihre letzte Saison als aktiver Profi-Fußballer in der Bundesliga liegt mittlerweile gut vier Jahre zurück, was hat Thorsten Legat in der Zwischenzeit gemacht?
TL: Nach der Bekanntgabe unseres Arztes, dass ich Sportinvalide werde, ist mir natürlich der Himmel auf den Kopf gefallen. Das war ein ganz schönes Loch für mich, ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Thorsten Legat</h3>
<p><em><strong><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/legat2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-18" title="legat2" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/legat2.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Pokalschrank:</strong> Ihre letzte Saison als aktiver Profi-Fußballer in der Bundesliga liegt mittlerweile gut vier Jahre zurück, was hat Thorsten Legat in der Zwischenzeit gemacht?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Nach der Bekanntgabe unseres Arztes, dass ich Sportinvalide werde, ist mir natürlich der Himmel auf den Kopf gefallen. Das war ein ganz schönes Loch für mich, ich war ein Jahr lang nicht im Stadion – habe ein Jahr lang mit Fußball nichts am Hut gehabt und war froh, dass ich zu diesem Zeitpunkt meine Frau und meine Kinder hatte. Andernfalls wäre ich heute nicht hier beim WSV Bochum (seit Sommer 2006 Trainer beim Bezirksligisten WSV Bochum; Anm. d. Red.), sondern in der Gosse, weil ich damit nicht recht fertig geworden bin. Das heißt, ich war nicht für meine Familie da, nicht für mich – für gar keinen. Ich habe mich einfach hängen lassen, ein Jahr lang und das ist schlimm. Aber meine Frau hat mich aufgepäppelt und vor vollendete Tatsachen gestellt. Es war für mich ein schwerer Gang, aber es gibt auch ein Profileben danach – als seriöser und realistischer Mensch.</p>
<p><span id="more-36"></span></p>
<blockquote><p><strong>„&#8230;ich plane eine Autobiographie, das wird ein Bestseller“</strong></p></blockquote>
<p>Und dann habe ich mir gesagt, du musst Trainer werden, was auch immer mein Traum war. Ich habe dann eine Umschulungsmaßnahme in Bremen unter Thomas Wolter und Thomas Schaaf gemacht, war im Jugendbereich tätig und habe für  eineinhalb Jahre die U15 übernommen, dann die U19 mit Dieter Eilts, der jetzt Trainer der U21 ist. Anschließend hätte ich die U17 übernehmen sollen – und müssen, aber ein persönlicher Schicksalsschlag ließ mich wieder in ein Loch fallen.  Ich habe mich wieder hängen lassen, hatte nichts mehr mit Fußball am Hut und wollte alles von heute auf morgen aufgeben. Aber wieder hat mich meine Frau zur Besinnung gebracht und gesagt, ich solle auf Basis meiner B- und A-Lizenz meinen Fußballlehrer machen. In diesem Sommer habe ich dann das Angebot vom WSV Bochum bekommen und die Chance genutzt, mich vernünftig und seriös hochzuarbeiten – irgendwann wird schon jemand auf mich aufmerksam.<br />
Außerdem plane ich eine Autobiographie, das wird ein Bestseller. Wenn Effenberg das macht, kann ich das schon lange machen. Da kommt die Wahrheit bei einigen Leuten ans Tageslicht – ich habe nichts mehr zu verlieren.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Wie war die Zusammenarbeit mit Dieter Eilts?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Dieter und ich unterscheiden uns natürlich wie Tag und Nacht. Er wurde ja damals auch ins kalte Wasser geschmissen, ist nach der Europameisterschaft ohne Trainingseinheiten, bzw. einem Job als Trainer in die U19 geworfen worden. Ich bin dann dazu gestoßen. Dieter war hauptverantwortlich, trat aber nach einem Jahr wegen Erfolglosigkeit zurück. Dann bot ihm der DFB das Traineramt bei der U21 an, wo er sehr erfolgreich ist – was mich und viele andere sehr überrascht hat.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Haben Sie konkrete Pläne für eine (Trainer-) Zukunft?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Nach dem Erwerb der B- und A-Lizenz muss ich jetzt ein Jahr lang eine erfolgreiche Arbeit im Seniorenbereich nachweisen. Und im Februar 2007 werde ich dann an der Sporthochschule Köln, bei Erich Rutemöller, meine Aufgabe angehen – das wird ein Highlight. Wenn ich den Trainerschein dann erhalte, habe ich natürlich hervorragende Voraussetzungen und kann aufgrund meiner bis dahin gesammelten Erfahrung anschließend auch etwas fordern. Und nicht zuletzt steigt natürlich meine Popularität. Es ist zwar noch ein harter und langer Weg bis dahin, aber ich werde ihn erfolgreich gehen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Wie war das Gefühl am ersten Arbeitstag als Trainer beim WSV?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Na ja, da bin ich ja schon ein kleiner Fuchs, das ist ja schon meine zweite Station nach der U19. Es ist natürlich hier im Seniorenbereich etwas anderes. Aber ich bin eingestiegen und habe mir gesagt, du musst arbeiten, arbeiten, arbeiten, um deine Lizenzen zu bekommen. Für mich aber keine schwierige Aufgabe und die Statistik gibt mir Recht: Wir stehen an erster Stelle, meine Jungs haben erst ein Spiel verloren und das Ziel ist der Aufstieg in die Landesliga – das ist die Vorgabe, mein Konzept.<br />
Ich bin nicht hier hergekommen, um in der Bezirksliga zu bleiben, man hat mich geholt, um den Aufstieg zu schaffen. Und dann hat man mich machen lassen – es mischt sich hier auch niemand ein. Das ist hier eben Breitensport, aber durch mein tagtägliches Auftreten setze ich mich auch für die Mannschaft ein, das ist hier ein „Wir-Gefühl“, die Jungs sprechen mich als Trainer, Freund und Vater an.</p>
<blockquote><p><strong>„&#8230;Michael Ballack hat sich das alles selbst erarbeitet“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Ein Sprung ins aktuelle Bundesliga-Geschehen: Thema Ballack und Vertragsverhandlungen: Soll er in der Bundesliga bleiben?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Ballack ist ein Superstar, ich habe ja gegen ihn gespielt als er noch etwas jünger war – in Kaiserslautern und Leverkusen. Also das, was ich den letzten Jahren von ihm gesehen habe war schon klasse. Er hat anderen gegenüber natürlich einen riesigen Vorteil – er ist beidfüssig, kann antizipieren und ist ein Spielbestimmender Mann in der Bundesliga. Alles guckt jetzt natürlich auf Ihn, aber Michael Ballack hat sich das alles selbst erarbeitet. Das ist jetzt natürlich ein gewisses Taktieren von ihm – das macht jeder, das habe ich auch gemacht bei Vertragsverhandlungen, bei mir waren auch andere Vereine hinterher.<br />
Aber man muss auch überlegen, ob das jetzt Sinn macht. Er spielt nun mal bei einem renommierten Club, er könnte auch sechs oder acht Millionen da verdienen. Da stellt sich die Frage nach der Geldgier – heute ist es einfach nur das rein finanzielle Problem. Manche kriegen den Hals nicht voll, dann sollen sie auch machen, was sie wollen. Für mich ist das eine Lappalie, er spielt in einem renommierten Club – jeder andere wäre froh, wenn er da spielen könnte. Für mich ist Bayern das non plus ultra, und er… na gut. Man sieht es an seiner Mimik und seinen Gesten in Interviews – er tut immer so cool. Aber ich denke, er ist mit dem Herzen bei Bayern und will auch gar nicht weg, er möchte sich nur ein bisschen populärer machen.</p>
<blockquote><p><strong>„Das ist doch schon Krieg, was da veranstaltet wird“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Stichworte „bittere Entwicklung auf dem Fußballfeld“ – abgesehen von den Fans gab es in letzter Zeit Partien, in denen die Spieler selbst zu äußerst unfairen Mitteln gegriffen haben: Sanktionsmaßnahmen des DFB bzw. der FIFA, Beispiel Qualifikations - Playoff Türkei gegen Schweiz – ihre Meinung?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Als ich noch aktiv war, da hieß es immer: „Oh, der Legat-Rambo kommt wieder, der hat wieder Dummheiten gemacht“. Aber jetzt sind Leute wie Legat, Effenberg oder Basler von der Bildfläche verschwunden. Es ist doch heute viel schlimmer geworden, dagegen ist das doch Peanuts was damals passiert ist. Das ist doch schon Krieg, was da veranstaltet wird – Krieg zwischen der Türkei und der Schweiz. Was soll das denn – diese Ausschreitungen? Das ist doch hirnverbrand, so etwas müsste man verbieten und mit einer Platzsperre von drei, vier Jahren bestrafen – ganz ehrlich.<br />
Und was momentan unter den Fans abläuft – wo führt das denn hin? Stellen Sie sich vor der Hamburger Spieler verliert sein Augenlicht. Diese Menschen können doch nicht bis zwei zählen, da muss der DFB ganz schnell was machen! Schließlich haben wir nächstes Jahr WM im eigenen Land, da muss man stilvoll auftreten, solche Dinge muss man unterbinden, das ist einfach nur asozial.<br />
Ich kann doch keinem anderen Menschen hier auf de Straße so einen Stock ins Auge schmeißen, da werde ich doch verhaftet – warum der nicht? Der bekommt eine Stadionsperre von fünf Jahren oder auf Lebenszeit – aber mehr nicht, lächerlich!</p>
<blockquote><p><strong>„Dem müsste man die Lizenz entziehen – auf Lebenszeit“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> …ein Sprung an den Spielfeldrand: Norbert Meier&#8230;</em></p>
<p><strong><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/legat1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-25" title="legat1" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/legat1.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>TL:</strong> Wie gut, dass Sie mich das fragen. Glauben Sie doch mal eines: Wenn das ein Legat, Basler oder Effenberg gemacht hätte, was meinen Sie was da los gewesen wäre? Dieser Mann hat einen Ehrenkodex, der muss sich vorbildlicher benehmen! Der haut dem Jungen vor den Kopf und lässt sich fallen – was soll denn der Blödsinn? Der soll sich schämen! Der ist nicht anders: letztes Jahr in Bremen beim Spiel zwischen den Traditionsmannschaften des SV Werder und dem VfL Bochum haut der Meier dem Holger Aden mitten im Spiel ins Gesicht.<br />
Norbert Meier ist für mich ein unsympathischer Mensch, der keinen Anstand hat als Fußballlehrer. Dem müsste man die Lizenz entziehen – auf Lebenszeit! Das ist empörend, das ist unsportlich, das gehört nicht in die Bundesliga! So etwas kann er bei sich zu hause in Bremen machen. Ganz ehrlich, darüber rege ich mich auf. Ich als Fuzzi, der hier arbeitet, behandele meine Spieler und die ganzen Mannschaften seriöser und anständiger als dieser Mann vor einem Millionenpublikum. So etwas besitzt die Fußballlehrer-Lizenz… Das schlimme ist ja, dass ihm die Bilder nachher noch mal vorgespielt wurden und er trotzdem so einen Unsinn erzählt hat – darüber rege ich mich am meisten auf. Da bezahlen einige für die Eintrittskarte 45€ und müssen sich so einen Scheiß angucken! Da sage ich einfach: Entzieht diesem Mann die Lizenz, da gibt es keine Entschuldigung! Der hat solche Ausraster – der ist so, ich kenne den Norbert Meier, da nehme ich ihn auch nicht in Schutz.<br />
Genau wie damals Werner Lorant, als er in Ahlen einen weggeklatscht hat – wo sind wir denn hier, sind die alle verrückt? In der Bundesliga muss man respekt- und stilvoll auftreten, so etwas macht man nicht – unglaublich!</p>
<blockquote><p><strong>„Hier ist Ruhrpott – hier, tief im Westen, da gibt es nur eins: Malochen“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Ihre Spielstationen…angefangen beim VfL Bochum: Ist die Personaldecke des Vereins dick genug, um sich nach einem möglichen Wiederaufstieg in der 1. Liga zu halten?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Nein, auf keinen Fall! Ich gönne dem VfL den Wiederaufstieg von ganzem Herzen – für die Region und die Zuschauer wäre es wichtig. Aber mit dem Personal können sie sich direkt wieder in der 2. Liga vorstellen! Die sind zu schwach, die haben zuviel Defensive im zentralen Mittelfeld, auch vorne – das ist ja eine Frechheit. ich bin mit Leib und Seele Bochumer, aber das was man da sieht…also ehrlich! Wenn ich den Misimovic sehe, der Fähigkeiten hat wie ein Ballack, sie aber nicht ausschöpft sondern da rumturnt, als wenn er hier den Freigrafen Damm hoch und runter läuft – das geht ja gar nicht! Was der für Möglichkeiten hat…der ist 22, der muss sich mal den Arsch aufreißen!<br />
Hier ist Ruhrpott – hier, tief im Westen, da gibt es nur eins: Malochen. Ich kriege die Krätze, wenn ich da oben auf der Tribüne sitze. Ich freu mich immer ins Stadion zu gehen, weil ich denke da spielt ein Thorsten Legat irgendwo, aber da gibt es keinen. Da ist keiner, der die Linie rauf und runter läuft, oder aus dem Lauf mal eine Flanke schlägt. Wenn ich das da heute immer sehe – diese Stehfußballer, ohne Mumm und ohne Herz spielen die! Fußball ist ein Mannschaftssport und Fußball ist nur eines: laufen, kämpfen, Tore machen! Ich weiß nicht woran es liegt?</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> …also nicht am Trainer, sondern an der Einstellung der Spieler?</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>TL:</strong> Also, ich bin doch kein Rassist, wir sind doch alle Ausländer, aber haben die irgendwo einen eingefleischten Bochumer in der Mannschaft? Außer Frank Heinemann, der als Co-Trainer auf der Bank sitzt. Da hapert es doch, da fängt es doch schon an. Du hast keine Leute mehr, die dich mitreißen, so wie früher ein Thomas Kempe, Lothar Woelk, Ata Lameck oder Thorsten Legat – die gesagt haben: „auf, jetzt geht es zur Sache“! Ich bin damals mit Volldampf von der Mittellinie bis zur Torauslinie gerannt, habe geflankt oder geschossen oder mal einen Doppelpass gespielt – kämpfen, das ist doch nichts Schweres! Heute wollen die den achtfachen Rittberger machen und… spielt doch einfach Fußball: Kurzpass – Doppelpass – Tor! Das gibt es doch heute gar nicht mehr.</p>
<blockquote><p><strong>„Wir sind eine Familie, das ist Freundschaft&#8230;“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Sie erwähnten gerade die „alten“ Kollegen, haben Sie noch Kontakt?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Jedes Jahr am 14. Dezember treffen wir uns mit der alten Garde von 1988 – Dieter Bast, Schreier, Hermann Gerland sind auch dabei. Das ist für mich ein riesengroßes Ereignis – das ist einfach ein Highlight für mich. Wenn ich die heute sehe, wie sie einen ansprechen – früher war man noch ein Junge von 16 oder 17 Jahren – das ist schon fantastisch. Wir sind eine Familie, das ist Freundschaft, fragen Sie mal wo es das heute noch gibt! Der Zusammenhalt, das Miteinander, das Kollektiv – das fehlt doch heute alles.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Eine weitere Station von Ihnen war der VfB Stuttgart: VfB und Trappattoni – wie lange geht das gut?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Man muss sich erstmal die Frage stellen, ob Trappattoni da überhaupt reinpasst? Ich glaube einige wissen immer noch nicht, dass Trapp ein Erfolgstrainer ist, der eine ganz andere Vorstellung vom Fußball hat – der zelebriert den Fußball. Ich kenne ihn zwar nicht, aber ich studiere die Trainer heutzutage. Trapp, wenn dem irgendetwas nicht passt, tüftelt der schon wieder an einer neuen Taktik und an einem neuen System rum. Der ist positiv verrückt, der lebt für den Fußball. Man sieht es an der Art und Weise, wie die Stuttgarter Fußball spielen: das ist die Handschrift von Trappattoni, das ist optimal. Hoffentlich wachen die Stuttgarter jetzt endlich mal auf, denn die gehören da nicht hin, die gehören nach oben – unter die ersten Drei.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Nächste Station Bremen – was fehlt Werder, um dauerhaft mit dem FC Bayern Schritt zu halten?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Ich war drei Jahre in Bremen und muss sagen, die Art und Weise wie sie dort unter Thomas Schaaf Fußball spielen ist genial. Woran hapert es noch? Man hat es bei der 3:1 Niederlage in Bayern gesehen – spielerisch halten die immer mit, können auch immer dagegen halten, aber sie haben nicht die gehobene Klasse eines FC Bayern, um noch eine Schüppe draufzulegen. Die Mannschaft ist ja noch relativ jung, die haben zwar erfahrene Spieler, wie Micoud, aber ich denke in den nächsten zwei, drei Jahren macht der Thomas Schaaf aus Bremen eine richtige Meistertruppe – eine auch international große Truppe – wenn der Kader bestehen bleibt.</p>
<blockquote><p><strong>„Die sind ja geschmückt wie ein Tannebaum“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> …also die Hoffnung auf einen spannenden Titelkampf in den nächsten Jahren ist berechtigt?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Auf jeden Fall, man muss allerdings berücksichtigen, was die Münchener im Moment für einen Lauf haben – das ist ja sensationell. Die sind ja geschmückt wie ein Tannebaum, die haben ja Spielfähigkeiten – das ist unglaublich. Die können ja zwei Mannschaften aufmachen, wenn sie wollen – und trotzdem wären die noch besser als Schalke. Aber Bremen wird in absehbarer Zeit eine internationale Top-Truppe werden.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank: </strong>&#8230;und der Hamburger SV..?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Thomas Doll ist absolut auf dem richtigen Weg. Seine Eigenschaften als Fußballer zelebriert er jetzt als Trainer. Und Thomas ist gereift – nicht zuletzt weil er vorher die Hamburger in der Regionalliga übernommen hatte. Ich kenne ihn ja auch gut, habe in Frankfurt mit ihm zusammen gespielt. Das ist ein Mensch, der den Fußball belebt, weil er durch seine Art und Weise nicht so hochnäsig wirkt, wie die anderen Trainer. Das ist ein einfacher Mensch, man hört es an seiner Ausdrucksweise, an seiner Sprache. Er will in seinen Interviews kurz und bündig das beschreiben, was auf dem Platz passiert. Er ist stabil mit seiner Mannschaft und bringt strukturelle Veränderungen hervor, er hat den Barbaretz wieder fünf Jahre jünger gemacht – der hat ja seinen dritten Frühling – das ist Thomas Doll&#8217;s Handschrift. Hamburg wird auch nächstes Jahr wieder ganz oben mitspielen – alleine durch van der Vaart. Das ist eine Augenweide dem zuzuschauen – ich habe noch nie so einen guten Fußballspieler gesehen.</p>
<blockquote><p><strong>„Deutschland ist und bleibt eine Kampftruppe&#8230;“</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Wo landet die deutsche Nationalmannschaft nächstes Jahr bei der WM?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Gute Frage… man muss immer berücksichtigen, dass Deutschland an seiner Kampfkraft gemessen wird, an seiner Turnierfähigkeit. Ich denke mal, da zeigt sich Deutschland wieder von seiner besten Seite: kämpfen, rennen und fighten. Alles andere ist indiskutabel. Zeigen Sie mir doch ein Beispiel wo Deutschland brilliert hat und technisch überzeugt hat, außer vielleicht 1990 in Italien. Trotzdem: Deutschland ist und bleibt eine Kampftruppe, eine Turniertruppe – das wird sich immer bestätigen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> …und wie weit kommen wir mit diesen Qualitäten nächstes Jahr?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Tja, diese Frage stellt sich wohl jeder. Die Nationalmannschaft ist gefestigt und für jede internationale Mannschaft auf diesem Kontinent gewappnet. Aber der Jürgen Klinsmann muss sich so langsam mal Gedanken wegen des unsinnigen Rotationssystems machen: Das ist ja ein Verwirrspiel, also ich würde das nicht mitmachen. Das ist klar, dass der Oliver Kahn lacht, wenn er gefragt wird wer bei der WM im Tor steht. Der weiß jetzt schon, dass er spielt – was soll denn der Blödsinn? Man muss sich jetzt schon auf eine Mannschaft festlegen.</p>
<blockquote><p><strong>„Ich würde ja auch Tacheles reden, wenn er eine Birne wäre…</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Also die Sache ist entschieden, Lehmann braucht sich keine Hoffnungen mehr zu machen?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Selbstverständlich ist das entschieden, als der Klinsmann mit der Rotation anfing, dachte ich: was macht der? Der kann doch keinen Olli Kahn hinhalten, auf Deutsch gesagt „der scheißt ihm einen Haufen“. Der ist Spieler des FC Bayern, und Beckenbauer im Hintergrund… das geht nicht, das kann ich mir nicht vorstellen. Der hat keine Lobby, aber er ist der beste Torwart, wir haben keinen Besseren. Ich würde ja auch Tacheles reden, wenn er eine Birne wäre und der Lehmann wäre gut. OK, der hat mal ein paar gute Bälle gehalten, aber die Konstanz fehlt, da ist der Kahn jetzt über Jahre top.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong> Wie bewerten sie generell die Arbeit des Dreigestirns „Klinsmann – Löw – Bierhoff“?</em></p>
<p><strong>TL:</strong> Mit einem Lächeln sage ich: da wird sich in absehbarer zeit was tun. Das sind drei attraktive Leute, die Fußballdeutschland gedient haben. Na ja, der Löw hat zwar noch nicht einmal für Deutschland gespielt, aber er ist natürlich jemand, der viel Erfahrungswerte mitbringt. Ich kenne ihn noch von damals, er war mein Trainer bei Stuttgart. Er ist ein hervorragender Mensch, der hat so viel Wissen und Fachkompetenz, das kann sich keiner vorstellen. Mich hat es gefreut, dass der Jürgen Klinsmann mit ihm zusammen arbeitet. Und ich denke mal da wird sich noch was ändern, dumm sind die ja alle nicht – also was die bis jetzt schon bewegt haben… Gut, dass ist jetzt alles nicht jedermanns Sache, ich habe auch was dagegen. Diese blöde Rotation und diese amerikanischen Verfahren, und diese ganzen Tests, ob das alles so gut ist…? Mal sehen, der DFB hat sich da schon irgendwas einfallen lassen.</p>
<p><em>Zur Person:<br />
Thorsten Legat, geboren am 07. November 1968 in Bochum, war 15 Jahre lang als Profi-Fußballer aktiv. Von 1986 bis 1991 spielte er beim VfL Bochum und wurde zweiter im DFB-Pokal 1988. 1991 wechselte er für drei Jahre zum SV Werder Bremen, wo er 1992 den Pokal der Pokalsieger gewann, 1993 deutscher Meister wurde und 1994 den DFB-Pokal gewann. Dann folgte eine Spielzeit bei Eintracht Frankfurt, bevor Legat 1995 zum VfB Stuttgart wechselte. Dort spielte er bis 1999 und wurde 1997 mit den Schwaben DFB-Pokal Sieger. Im Jahre 1999 läutete er bei Schalke 04 seine letzten beiden Spielzeiten als Profi ein und wurde im Jahre 2001 mit den Königsblauen Vize-Meister und DFB-Pokal Sieger.</em></p>
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		<title>Frauen, Medien und Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2005 12:07:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Gespräch mit Birgit Prinz und Nia Künzer
Wir treffen die beiden im Frühsommer 2005 in Frankfurt nach einem Heimsieg gegen Sindelfingen.
Pokalschrank: Birgit, Du hast Dir kürzlich ehemalige Kriegsschauplätze in Afghanistan angesehen. Welchen Hintergrund hatte dieser Besuch?
Prinz: Ich war da als Botschafterin für die Afghanistan-Hilfe. Diese Organisation hat dort ein Projekt laufen, das sich ‚learn&#38;play’ nennt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Gespräch mit Birgit Prinz und Nia Künzer</h3>
<p><em><a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/prinzkuenzer1.jpg"><img class="alignleft alignnone size-medium wp-image-20" style="float: left;" title="prinzkuenzer1" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/prinzkuenzer1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Wir treffen die beiden im Frühsommer 2005 in Frankfurt nach einem Heimsieg gegen Sindelfingen.</em></p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong></em><em> Birgit, Du hast Dir kürzlich ehemalige Kriegsschauplätze in Afghanistan angesehen. Welchen Hintergrund hatte dieser Besuch?</em></p>
<p><strong>Prinz:</strong> Ich war da als Botschafterin für die Afghanistan-Hilfe. Diese Organisation hat dort ein Projekt laufen, das sich ‚learn&amp;play’ nennt. Dabei geht es darum, Kinder von der Straße zu holen, ihnen das Spielen beizubringen und sie in die Schule zu schicken. Unter den Kindern ist eine immense Motivation zu spüren und für sie ist das eine tolle Chance.Für mich ist es wichtig, den Kindern ein Anreiz zu sein, damit sie eine Zukunft haben. Und das geht nur über Bildung. Der Fußball ist dabei nur Mittel zum Zweck.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong></em><em> Mit steigender Popularität wächst automatisch das Medieninteresse und damit das Potential, Vorbild zu sein. Werdet Ihr dabei seitens der Medien auf den Sport reduziert oder auch nach Euren persönlichen Anliegen befragt?</em></p>
<p><strong>Künzer:</strong> Solange ich als öffentliche Person in Thematiken eingebunden werde, die mich interessieren, komme ich mit den Medien gut klar. Dazu zählen soziales Engagement, Arbeit mit Kindern usw. Das mache ich auch in meinem Studium (Diplom-Pädagogik; Anm. d. Red.) und das macht dann auch Freude, mich dabei zu engagieren. Es gibt natürlich auch Promi-Aktionen, die mir auch Spaß machen, für mich aber nicht im Vordergrund stehen.</p>
<p><span id="more-13"></span></p>
<p><strong>Prinz:</strong> Ich kann meine Werte auch im Fußball rüberbringen und denke, dass ich mein Privatleben da nicht ausbreiten muss. Den Medien gebe ich eigentlich keine Chance, Einblick in mein Privatleben zu nehmen.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong></em><em> Die Medien erwarten aber ständige Bereitschaft für Interviews und für deren Belange zu Verfügung zu stehen. Welche Erwartungen hast Du denn an die Medien?</em></p>
<p><strong>Prinz:</strong> Für den Frauenfußball wünsche ich mir natürlich eine gute und auch ausgeprägte Berichterstattung, damit das Interesse wächst und sich der Sport immer besser vermarkten kann. Ich persönlich bin aber ganz froh, wenn die Medien mich mal in Ruhe lassen und sich auf jemand anderen konzentrieren.</p>
<blockquote><p><strong>„Ich bin ganz froh, wenn die Medien mich mal in Ruhe lassen&#8230;“ </strong></p>
<p><strong>Birgit Prinz</strong></p></blockquote>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong></em><em> Die deutsche Frauenbundesliga wird als stärkste der Welt betrachtet. Seht Ihr denn für Euch noch Entwicklungspotential und wäre ein Wechsel ins Ausland sportlich gesehen eine Herausforderung?<br />
</em></p>
<p><strong>Prinz:</strong> Das Problem der Liga ist, dass die Ausgeglichenheit fehlt. Es gibt schon Spitzenmannschaften wie Duisburg, Potsdam und uns, was wiederum für den Zuschauer nicht so interessant ist. Das Ausland wäre für mich schon reizvoll und zum Ende der Karriere wollte ich das auch angehen. Das ist schließlich auch eine Lebenserfahrung, ich hätte die Chance, vielleicht noch mal eine andere Sprache zu lernen, Menschen und Mentalität kennen zu lernen und das finde ich spannend.</p>
<p><strong>Künzer:</strong> Damit das Interesse an der Liga gesteigert wird, müssen die anderen Teams und auch die zweite Liga eben noch ein bisschen zulegen. Es sind viele Details, aus denen sich das zusammensetzt: Die Professionalität muss stimmen, das Umfeld und das Stadion, Trainingsmöglichkeiten, Interesse bei den Zuschauern, Anregung von Fernseh-Übertragungen usw. Duisburg ist dafür ein tolles Beispiel. Die haben durch konsequente Jugendarbeit eine starke Mannschaft zusammen gestellt. Die drei ‚großen’ haben da sicherlich eine Vorbildfunktion und auch der DFB bemüht sich. Alles in allem muss das Engagement sicherlich noch größer sein. Das Ausland ist für mich aber im Moment kein Thema.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong></em><em> Wen bewundert Ihr, bzw. was sind eure Vorbilder?</em></p>
<p><strong>Künzer:</strong> Gute Frage. Also sportlich fand ich Doris Fitschen ganz gut, weil die früher auf meiner heutigen Position gespielt hat. Als wir dann später in einer Mannschaft waren, galt sie aber dann nicht mehr als Vorbild, sondern als Mitspielerin. Renate Lingor aus unserer Mannschaft  ‚bewundere’ ich noch, weil die technisch unglaublich beschlagen ist.</p>
<p>Außerhalb des Sports gibt es allerdings Menschen, die ich noch mehr bewundere. Wen ich z.B. sehr gerne mal treffen möchte, ist Nelson Mandela. Wenn mir irgend einer sagt, den könnte ich treffen; dafür würde ich, glaube ich, überall hinreisen.</p>
<blockquote><p><strong>„Außerhalb des Sports gibt es Menschen, die ich noch mehr bewundere&#8230;“</strong></p>
<p><strong>Nia Künzer</strong></p></blockquote>
<p><strong>Prinz:</strong> Das klassische Vorbild habe ich eigentlich nicht. Ich finde viele ‚normale’ Menschen spannend, die in ihrem Bereich etwas gut können, Leute bei denen ich das Gefühl habe, ich könnte etwas von ihnen lernen. Wenn ich Menschen kennen lerne und ich merke, die sind mir hier und da überlegen, finde ich das spannend.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong></em><em> Welche gesellschaftlichen Werte sollten Kindern heutzutage wieder vermehrt vermittelt werden?</em></p>
<p><strong>Prinz:</strong> Was sind gesellschaftliche Werte? Ich finde es wichtig, dass man Kindern Toleranz und Selbstbewusstsein vermittelt. Sie müssen bestimmte Tatsachen und andere Meinungen akzeptieren können und trotzdem sich ihrer selbst sicher sein.</p>
<p><strong>Künzer:</strong> Respekt, Höflichkeit, Anstand und der Umgang miteinander sind ganz wichtige Dinge. Manchmal vermisse ich auch so ein bisschen die Gelassenheit in gewissen Stresssituationen. Man sollte lernen, bestimmte Sachen einfach lockerer zu sehen; zu sagen: Gut, ich bin jetzt zwar im Stress, aber ändern kann ich das jetzt nicht. Ist jetzt kein Weltuntergang. Macht mal langsam. Gut: Moral, Ethik und so Sachen hören sich toll an, aber der Umgang miteinander sollte vor allem funktionieren.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong></em><em> Wie seht Ihr die aktuelle politische Situation in Deutschland – was muss sich in der neuen Legislaturperiode ändern?<a href="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/prinzkuenzer2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14" style="float: right;" title="prinzkuenzer2" src="http://hoenn.net/pokalschrank/wp-content/uploads/2008/04/prinzkuenzer2-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></em></p>
<p><strong>Künzer:</strong> Ich kann einerseits gut verstehen, dass sich angesichts der schlechten Stimmung im Lande, die einem ja teilweise eingeflößt wird, viele die komplette politische Wende wünschen. Andererseits wird auch die neue Regierung nicht die Lösung für unsere Probleme aus dem ‚Nichts’ hervorzaubern können. Ich hoffe einfach, dass die Stimmung im Land mal wieder eine andere wird. Natürlich ist es für viele schwer geworden ohne Job und mit Hartz IV. Aber noch geht es uns in Deutschland vergleichsweise gut, so dass wir nicht in tiefste Depressionen verfallen dürfen. Wenn man nur ein bisschen über den Tellerrand schaut, lernt man schätzen, wie es uns hier geht und wie man hier abgesichert ist.</p>
<blockquote><p><strong>„Es geht uns in Deutschland noch vergleichsweise gut, so dass wir nicht in tiefste Depressionen verfallen dürfen“ Nia Künzer</strong></p></blockquote>
<p><strong>Prinz:</strong> Vor allem erhoffe ich mir zukünftig eine klare Linie. Auch wenn unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen; Hauptsache es geht nach vorne. Wenn man anschaut, was da in der jüngsten Vergangenheit bewegt worden ist&#8230;die Parteien sind nur mit sich selbst beschäftigt und schimpfen auf den politischen Gegner. Viel Dynamik gab es da nicht.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong></em><em> Mal abgesehen von Popularität, ‚Berühmtheit’ und Erfolgen: Was nehmt Ihr nach Eurer sportlichen Karriere als persönliche Werte mit; inwiefern hat Euch der Fußball als Menschen geprägt?</em></p>
<p><strong>Prinz:</strong> Für mich waren die Erlebnisse im Team sehr wichtig. So eine Gruppendynamik erlebst Du sonst nirgendwo. Was das Private angeht: Durch die Fußballkarriere habe ich mich gut kennen gelernt. Ich weiß heute, was ich will und was nicht. Das kommt daher, dass Du im Leistungssportbereich viel extremer lebst. Emotionen kriegt man hier viel intensiver mit als im ‚normalen’ Leben.</p>
<blockquote><p><strong>„Durch die Fußballkarriere habe ich mich gut kennen gelernt.“ Birgit Prinz</strong></p></blockquote>
<p><strong>Künzer:</strong> Seit ich 15 bin, bin ich in der halben Welt rumgekommen, wofür ich dankbar bin und was in meinem Alter sicher nicht jeder von sich behaupten kann. Ich habe schon tolle Erfahrungen machen dürfen, für die ich aber viel Zeit opfern musste, die ich dann für meine Familie und meine Freunde nicht hatte.</p>
<p>Ansonsten habe ich gelernt, wie Menschen in Krisen- und Erfolgssituationen reagieren, wie es ist, Erfolg zu haben oder wie es ist wenn andere Erfolg haben. Da waren absolute Highlights dabei. Außerdem habe ich im Fußball richtig gute Freunde kennen gelernt. Und das alles kann mir für mein weiteres Leben nur hilfreich sein.</p>
<p><em><strong>Pokalschrank:</strong></em><em> Vielen Dank für das Gespräch!</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><strong>Zur Person Birgit Prinz:</strong></em></p>
<p><em>Birgit Prinz wurde am 25. Oktober 1977 in Frankfurt am Main geboren und hat den Beruf der Physiotherapeutin gelernt.</em></p>
<p><em>Im Jahr 2003 wurde sie Weltmeisterin, 1995 Vize-Weltmeisterin. Im selben Jahr wurde sie Europameisterin 1995, genauso wie später 1997 und 2001</em></p>
<p><em>In den Jahren 1995, 1998 (FSV Frankfurt), 1999, 2001, 2002 und 2003 (1. FFC Frankfurt) wurde sie deutsche Meisterin, deutsche Pokalsiegerin 1995, 1996 (FSV Frankfurt), 1999, 2000, 2001, 2002 und 2003 (1. FFC Frankfurt). Außerdem konnte sie 2002 den UEFA-Cup gewinnen und wurde in den Jahren 2003 und 2004 zur Weltfußballerin des Jahres gewählt.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><strong>Zur Person Nia Künzer:</strong></em></p>
<p><em>Nia Künzer wurde am 18. Januar 1980 in Mochudi/ Botswana geboren und studiert zur Zeit Diplompädagogik.</em></p>
<p><em>Nia spielte beim VfB Gießen und Eintracht Wetzlar, bevor sie 1997 zum FFC Frankfurt kam. Hier wurde sie 1999, 2001, 2002 und 2003 deutsche Meisterin, holte den DFB-Pokal 1999 bis 2003 und gewann den UEFA-Cup im Jahre 2002. Besonders in Erinnerung geblieben ist sie als Schützin des Golden Goals im WM-Finale 2003 gegen Schweden.</em></p>
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